Sekten Ufo-Anhänger in Kolumbien verschwunden

In Kolumbien werden mehr als hundert Mitglieder einer Sekte vermißt. Sie waren am Wochenende in die Berge aufgebrochen, um sich mit Außerirdischen zu treffen.

Cartagena/Bogota - Mehr als hundert Anhänger der Weltuntergangssekte "Stella Maris" werden in Kolumbien vermißt, nachdem sie versucht haben, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten. Angehörige teilten mit, die Vermißten hätten sich am vergangenen Wochenende in zwei Gruppen auf den Weg in Berge der Sierra Nevada gemacht. Die Sektenjünger hätten sich mit Außerirdischen treffen wollen, die sie mit einem Ufo vor dem Weltuntergang retten sollten, erklärten Familienmitglieder der Verschwundenen. Vor Beginn ihrer Expedition hätten sie ihr Hab und Gut verkauft, darunter Juwelen und Haushaltsgeräte.

"Der Führer der Gruppe erklärte ihnen, die Welt werde im August untergehen, und daß sie in die Sierra Nevada gehen müßten, um Außerirdische zu treffen", sagte Pedro Perez, der vier Verwandte vermißt. Angehörigen werfen dem Anführer Rogelio Perea vor, die Sektenmitglieder um ihren Besitz und ihr Geld bringen zu wollen. Außerdem habe er Mitglieder gezwungen, den Kontakt zu ihren Familien abzubrechen.

Polizeiberichten zufolge sind die Verschwundenen zuletzt am Montag abend an der Sierra Nevada da Santa Marta im Norden des Landes gesehen worden. Seitdem gebe es von den Leuten kein Lebenszeichen mehr. Ein Polizeisprecher in Cartagena erklärte, es sei keine Suchaktion eingeleitet worden, da es keine Anzeichen für einen geplanten Massenselbstmord gebe. Auch habe man keine Hinweise darauf, daß die Sektenmitglieder zu der Expedition gezwungen worden seien. 1978 war es in Joneston (Guayana) zu einem der größten Massenselbstmorde gekommen, als sich mehr als 900 US-amerikanische Anhänger einer Sekte umbrachten.