Seligsprechung Die Wundernonne von Papst Johannes Paul II.

Eigentlich will der Vatikan erst am Sonntag das Geheimnis um das Wunder von Johannes Paul II. lüften - schon jetzt dringen aber immer mehr Details ans Licht. Die Nonne Marie-Simon-Pierre soll durch die Kraft des ehemaligen Papstes von der Parkinson-Krankheit geheilt worden sein.


Paris – Die Ordensschwester stammt aus Aix-en-Provence und arbeitet im Pariser Sainte-Felicité-Krankenhaus. Dies bestätigte ein Sprecher der Klinik. Sie sei wieder genesen, nachdem sie Johannes Paul kurz nach dessen Tod um Hilfe angefleht hatte. Ihr Fall wird von der katholischen Kirche als mögliches Wunder geprüft, das für eine Seligsprechung notwendig ist.

Fast genau zwei Jahre nach seinem Tod soll am Sonntag das Wunder für die Seligsprechung des polnischen Papstes bekannt gegeben werden. Dies hatte der Postulator des Seligsprechungsprozesses, Slawomir Oder, zuvor mitgeteilt.

Der Seligsprechungsprozess sei "sehr schnell durchgeführt worden, aber dies bedeutet nicht, dass wir nicht gründlich gearbeitet haben", hieß es. Der Forderung von Kardinal Stanislaw Dziwisz, Johannes Paul ohne vorherige Seligsprechung gleich heiligzusprechen, erteilte Oder eine Absage: Die Etappen müssten eingehalten werden, man könne die Seligsprechung nicht überspringen, sagte er.

Am 2. April, dem zweiten Todestag von Karol Wojtyla, wird die sogenannte diözesane Phase des Prozesses abgeschlossen. Die Diözese Krakau, in der Johannes Paul II. früher Erzbischof war und lange gewirkt hatte, übergibt ihre gesammelten Akten für die Seligsprechung an die vatikanische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung. Zu einer feierlichen Messe in der römischen Basilika San Giovanni in Laterano werden zahlreiche Pilger aus der ganzen Welt erwartet.

Papst Benedikt XVI. hatte schon drei Monate nach dem Tod Johannes Pauls II. den Seligsprechungsprozess eingeleitet. Normalerweise sieht das Kirchenrecht vor, frühestens fünf Jahre nach dem Tod den Seligsprechungsprozess zu eröffnen. Viele Gläubige hatten nach dem Tod Johannes Pauls II. und bei seiner Beerdigung mit "santo subito"- Rufen auf dem Petersplatz in Rom die umgehende Heiligsprechung des von ihnen verehrten Papstes gefordert.

reh/dab/dpa/AP



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