Serienkiller Fourniret Kinderschänder gesteht zwei weitere Morde

Der Franzose Michel Fourniret hat im Verhör gestanden, zwei weitere Mädchen umgebracht zu haben. Damit sind nun neun Opfer bekannt. Die Leichen hat die Polizei aber noch nicht gefunden.


Serienmörder Michel Fourniret: "Er verhält sich wie ein Jäger"
REUTERS

Serienmörder Michel Fourniret: "Er verhält sich wie ein Jäger"

Paris/Brüssel - Fourniret hat zugegeben, am 22. Juli 2000 die 18 Jahre alte Celine Saison in Charleville-Mezieres in Nordfrankreich und später auch die 13-jährige Mananya Thumpong in Sedan entführt, sexuell missbraucht und umgebracht zu haben. Das verlautete aus Justizkreisen.

Zuvor hatte der 62-Jährige bereits gestanden, für den Tod von fünf weiteren Mädchen und zwei Erwachsenen verantwortlich zu sein. Zu seinen Opfern gehört auch die zwölfjährige Elisabeth Brichet, die 1989 in Namur in Südbelgien verschleppt worden war. Ihr Verschwinden war oft in Zusammenhang mit dem Fall Dutroux gebracht worden.

Nach Angaben der französischen Justiz sagte er, er habe die Mädchen entführt, um sie zu vergewaltigen. "Um zu verhindern, dass sie redeten, habe er sie umbringen müssen. Er findet das normal", berichtete Yves Charpenel, der Generalstaatsanwalt von Reims. Manchmal habe er seinen Opfern tagelang aufgelauert. "Er verhält sich wie ein Jäger", sagte Charpenel.

Am Wochenende will die Polizei damit beginnen, auf dem Gelände des Schlosses Sautou, das Fourniret gekauft hatte, nach den Leichen zu suchen. Der Förster soll sie dort vergraben haben, die Ermittler hoffen nun, dass er noch genauere Angaben macht. Das Anwesen in Nordfrankreich umfasst 13 Hektar.

Fourniret soll das Schloss einem Bericht der Zeitung "Le Figaro" zufolge 1988 für zwei Millionen Francs (rund 300.000 Euro) gekauft haben. Zwei Jahre später habe er es wieder verkauft. Bis zum vergangenen Jahr war in dem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ein Luxushotel untergebracht.

Das Geld für das Schloss könnte sich Fourniret den Angaben zufolge durch die Ermordung der Frau von Jean-Pierre Hellegouache beschafft haben. Hellegouache, der zur französischen Terrororganisation Action Directe gehören soll, lernte Fourniret im Gefängnis kennen. Hellegouache soll seinen Mithäftling damit beauftragt haben, zusammen mit seiner Frau das bei Banküberfällen erbeutete Geld aus einem Versteck zu holen. Angeblich hat Fourniret dann die Frau umgebracht und die Beute für sich behalten.

Schloss Sautou: Hier vermuten die Fahnder die Leichen
AP

Schloss Sautou: Hier vermuten die Fahnder die Leichen

1987 war der 62-Jährige in Frankreich wegen Vergewaltigung eines Mädchens zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach nur zwei Jahren kam er auf Bewährung frei, kaufte sich das Schloss und zog mit seiner Familie nach Belgien. Vor einem Jahr nahm die belgische Polizei ihn fest. Ein 13 Jahre altes Mädchen hatte sich aus seiner Gewalt befreien können und gegen ihn ausgesagt.

Nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft könnte der Förster außerdem ein Au-pair-Mädchen getötet haben. Hierzu liege allerdings noch keine Aussage vor. In den anderen neun Fällen habe Fourniret "sehr detaillierte" Angaben gemacht.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.