Belästigungsvorwürfe "New Yorker" feuert Reporter Ryan Lizza

Das US-Magazin "New Yorker" hat sich von einem seiner bekanntesten Journalisten, Ryan Lizza, getrennt. Die Begründung: Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Lizza wies die Anschuldigungen zurück.

Ryan Lizza
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Ryan Lizza


US-Reporter Ryan Lizza hat nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung seinen Job verloren. Das Magazin "The New Yorker" teilte mit, man habe dem Journalisten wegen "unangemessenen sexuellen Verhaltens" gekündigt. Nähere Einzelheiten nannte das Magazin nicht.

Der Journalist wies die Vorwürfe vehement zurück und kritisierte die Kündigung. Die Entscheidung sei ein "schrecklicher Fehler", sagte der 43-Jährige in einem Statement per E-Mail. Der "New Yorker" habe ihn "voreilig und ohne eine vollständige Untersuchung der relevanten Fakten" entlassen.

Er sei bestürzt darüber, dass die Zeitschrift eine "respektvolle Beziehung zu einer Frau, mit der ich ausgegangen bin, als irgendwie unangemessen einstuft", schrieb Lizza. Er entschuldigte sich bei "Freunden, Kollegen und seinen Lieben für jede Verlegenheit, die nun durch diese Sache verursacht werden könnte."

Lizza war Washington-Korrespondent des "New Yorkers". Er hatte im Juli für Schlagzeilen gesorgt, als er die Mitschrift eines Telefonats veröffentlichte, in dem der damalige Kommunikationschef des US-Präsidenten Donald Trump, Anthony Scaramucci, mehrere Mitarbeiter des Weißen Hauses vulgär beschimpfte. Scaramucci trat kurz darauf nach nur zehn Tagen im Amt zurück.

Auch der Sender CNN, für den Lizza ebenfalls arbeitete, ging auf Distanz zu dem 43-Jährigen. Der Journalist werde vorerst nicht mehr "on Air" zu sehen sein, sagte eine Sprecher.

Die Anschuldigungen gegen Lizza werden von einer Frau erhoben, die nach Aussagen ihres Anwaltes Douglas Wigdor ihren Namen vorerst nicht in der Öffentlichkeit nennen will. Wigdor betonte, bei Lizzas Verhalten habe es sich jedenfalls nicht um eine "respektvolle Beziehung" gehalten, auch wenn er nun versuche, es so darzustellen.

Der Vorfall reiht sich in eine in den USA seit Wochen breit geführte Debatte über sexuelle Belästigung, die nach massiven Vorwürfen gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ins Rollen gekommen war. Zahlreiche weitere Prominente gerieten danach ebenfalls wegen Vorwürfen zu sexueller Belästigung unter Druck - darunter auch Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump.

fok/AFP/AP



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