Sexismus in Belgien Parlamentarier loben Gesäß von Kollegin

Sexistische Sprüche in einem belgischen Regionalparlament werfen ein schlechtes Licht auf dortige Umgangsformen. Die Präsidentin des Hohen Hauses war von Kollegen mit Grußbotschaften wie "Du hast einen schönen Arsch" behelligt worden.


Brüssel - Der fragliche Vorfall ereignete sich bereits im Januar im Parlament der französischsprachigen Gebiete in Namur, in dem Abgeordnete aus Wallonien und Brüssel sitzen. Ziel der Verbalinjurien war die Parlamentspräsidentin, die Grünen-Politikerin Emily Hoyos.

Der sozialistische Parlamentsvorsitzende Jean-Charles Luperto hatte laut einem Bericht der Zeitung "Le Soir" in einer Sitzung die Bemerkung gemacht, dass seine wallonische Kollegin Hoyos "eine ganz andere Perspektive darbiete", wenn sie die Präsidiumstribüne verlasse.

Kurz darauf soll ihr der Liberale Gilles Moyaurd die SMS geschickt haben: "Es ist wahr, dass du einen schönen Arsch hast."

Die 32-jährige Hoyos antwortete ihrem Kollegen, dass sie die Nachricht speichern werde. "Wenn es eine zweite gibt, werde ich Anzeige wegen Mobbings erstatten", drohte sie dem Zeitungsbericht zufolge. Wie Hoyos' Sprecher anschließend erklärte, blieb es jedoch dabei.

Nach Angaben mehrerer Parlamentarier gehören "hormonell aufgeladene Anspielungen" und "Verführungsspielchen" in Namur ohnehin zum normalen Umgangston. Die Sitzungen seien nicht immer "eine Meisterschaft des guten Geschmacks und des Feingefühls", sagte etwa die 33-jährige Grünen-Abgeordnete Veronica Cremasco.

pad/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.