Schönheitswettbewerb Miss-America-Chef wegen sexistischer Sprüche suspendiert

49 frühere Schönheitsköniginnen in den USA klagten in einem offenen Brief über vulgäre, sexistische Mails der Wettbewerbsmanager. Jetzt ist Miss-America-Chef Sam Haskell seinen Job los.
"Miss America"-Chef Haskell, Schönheitsköniginnen Cantrell und Williams (Archivfoto)

"Miss America"-Chef Haskell, Schönheitsköniginnen Cantrell und Williams (Archivfoto)

Foto: Mel Evans/ AP

Der Belästigungsskandal in den USA hat nun auch den Schönheitswettbewerb Miss America erreicht: Der Veranstalter suspendierte am Freitag seinen Chef Sam Haskell, weil dieser sich in E-Mails beleidigend über ehemalige Gewinnerinnen des Wettbewerbs geäußert hatte. 49 frühere Miss Americas hatten zuvor in einem offenen Brief den Rücktritt des gesamten Führungsteams wegen sexistischer Sprüche gefordert.

Die Schönheitsköniginnen zeigten sich empört über den "Gebrauch abschätziger Begriffe", mit denen Frauen "herabgewürdigt und erniedrigt" würden. Mit dem offenen Brief reagierten die Frauen auf die Veröffentlichung interner E-Mails der Wettbewerbsorganisatoren in der Internetzeitung "Huffington Post" am Donnerstag .

Amtierende Miss America Cara Mund

Amtierende Miss America Cara Mund

Foto: Noah K. Murray/ dpa

Frühere Siegerinnen der Wahl wurden darin mit vulgären Begriffen belegt, die Männer machten sich über ihr Gewicht oder ihr Sexualleben lustig, Miss-America-Chef Haskell bezeichnete eine frühere Gewinnerin als "ein Stück Müll".

In dem offenen Brief schrieben die Ex-Schönheitsköniginnen: "Als Miss Americas weisen wir die entstellenden Charakterisierungen von uns als Gruppe oder persönlich entschieden zurück." Unter den Unterzeichnerinnen ist die inzwischen 87-jährige Gewinnerin des Wettbewerbs von 1948 sowie die TV-Moderatorin Gretchen Carlson.

TV-Moderatorin und Ex-Miss Gretchen Carlson

TV-Moderatorin und Ex-Miss Gretchen Carlson

Foto: AARON P. BERNSTEIN/ REUTERS

Die Miss America Organization hatte gegenüber der "Huffington Post" zunächst erklärt, sie sei bereits vor Monaten auf die E-Mails hingewiesen worden und habe einen Mitarbeiter gefeuert, der besonders unangemessene Äußerungen gemacht habe. Der Verwaltungsrat habe ansonsten aber "volles Vertrauen in das Führungsteam".

Am Freitag hatte dann die TV-Produktionsfirma Dick Clark Productions ihre Zusammenarbeit mit Miss America beendet. Sie wurde nach eigenen Angaben ebenfalls schon vor Monaten auf die E-Mails aufmerksam gemacht und zeigte sich "erschüttert" über deren "inakzeptablen Inhalt". Die Produktionsfirma habe den Vorstand von Miss America zunächst aufgefordert, eine umfassende Untersuchung einzuleiten und "angemessene Maßnahmen" zu ergreifen. Nun habe die Firma aber entschieden, die Zusammenarbeit mit Miss America zu beenden.

Am Freitag stimmte der Verwaltungsrat von Miss America dann dafür, Haskell bis auf Weiteres zu beurlauben. Die Organisatoren des Wettbewerbs sagten zudem eine "gründliche Untersuchung" der "angeblich unangemessenen" E-Mail-Wechsel zu.

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Sexuelle Belästigung und Gewalt - Vorwürfe gegen Prominente: Sie alle

Foto: Lucas Jackson/ REUTERS

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oka/AFP
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