Schweden will Sicherheitsstandards für Sextoys, weil sie bei Benutzern stecken bleiben

Drei Fragen und Antworten zum schwedischen Sicherheitsvorschlag für Sextoys
Von Nadin Rabaa
Foto: dpa

Dieser Beitrag wurde am 08.10.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Sexspielzeuge sollen eigentlich Vergnügen bereiten. Aber es kann auch einiges schief gehen. In Schweden gab es dazu jetzt Untersuchungen. Das Ergebnis: Sexspielzeuge bleiben häufiger mal stecken. Bald könnte eine Sicherheitsrichtlinie für Sexspielzeuge helfen, Sexunfälle zu verhindern. (The Local )

1 Wie kommen die Schweden auf die Richtlinie? 

Eine im Juli 2018 im "Journal of Colorectal Desease" veröffentlichte Studie  hat ergeben, dass zwischen 2009 und 2017 insgesamt 85 schwedische Patienten behandelt werden mussten, weil Fremdkörper in ihrem Rectum und Anus stecken geblieben sind. 41 Prozent der Objekte waren Sextoys. Die Forscherinnen und Forscher schlagen deshalb vor, dass es helfen könnte, Sexspielzeuge mit einer Rückholschnur zu versehen oder einen Stopper zu integrieren. 

2 Wie wollen die Schweden den Gebrauch von Sexspielzeug sicherer machen?

Die Swedish Standards Industry (SIS)  ist eine von drei schwedischen Normungsorganen. Anlässlich der Studie schlägt sie vor, Sicherheitsstandards im Sextoy-Bereich einzusetzen. Über die genauen Richtlinien sollen Hersteller und Konsumenten mitentscheiden können.

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Anna Sjögren vom SIS kommentierte den Vorschlag der Richtlinie als wichtig, weil Sexspielzeug auf der ganzen Welt genutzt werde, es aber keine Studien über damit zusammenhängende Verletzungen gebe. (Daily Mail )

Diese Produkte werden überall genutzt. Deshalb ist es wichtig, einen Sicherheitsstandard zu entwickeln und ihn global zu verbreiten.

Anna Sjögren

3 Wie geht es mit dem Richtlinienvorschlag weiter? 

Bisher gibt es noch keine Sicherheitsstandards für Sexspielzeuge. Das SIS will seinen Richtlinienvorschlag der Internationalen Organisation für Normung (ISO) vorlegen und erhofft sich, dass er nicht nur in Schweden, sondern auch international übernommen wird.

Jeder Sextoy-Hersteller und -verkäufer habe zwar seine eigenen Testmethoden für die Produkte, jedoch würde eine generelle Sicherheitsrichtlinie die Produktqualität stärker sichern, so Sjögren. Die Richtlinie könne zwar Verletzungen beim Sex mit Spielzeugen nicht verhindern, aber die Fallzahl senken.

Vielleicht lesen die Herstellerfirmen von Sexspielzeugen auch den Vorschlag des Forscherteams und integrieren wirklich ein Rückholband an Dildos oder Vibratoren. 


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