Erfolgreiche Operationen in Brasilien Ärzte trennen siamesische Zwillinge, die am Kopf verbunden waren

Neun Operationen waren nötig: In Brasilien ist es Ärzten gelungen, die dreijährigen siamesischen Zwillinge Arthur und Bernardo zu trennen. Die Ärzte übten die OP zuvor mit VR-Technik.
Nach den OPs: Die Eltern stehen am Krankenbett ihrer Kinder

Nach den OPs: Die Eltern stehen am Krankenbett ihrer Kinder

Foto: ARTHUR PEREIRA / AFP

Anfangs, sagt der Neurochirurg, habe niemand gedacht, dass es möglich ist. »Beide zu retten, war eine historische Errungenschaft«. In einer Reihe von Operationen haben Ärzte in Brasilien am Kopf miteinander verbundene siamesische Zwillinge erfolgreich voneinander getrennt. »Es war die schwierigste, komplexeste und herausforderndste Operation meiner Karriere«, sagte Chirurg Gabriel Mufarrej vom Hirnzentrum IECPN in Rio de Janeiro.

Die drei Jahre alten Geschwister aus dem nordbrasilianischen Bundesstaat Roraima waren sogenannte Craniopagus-Zwillinge. Das bedeutet, dass sie am Kopf verbunden waren. Um sie zu trennen, waren insgesamt neun Operationen nötig, die letzte dauerte 23 Stunden. Das Ärzteteam hatte fast hundert Mitglieder. Erschwert wurde der Eingriff durch die Tatsache, dass die Zwillinge wichtige Gehirngefäße teilten.

Die Eltern mit ihren Zwillingen vor den Operationen

Die Eltern mit ihren Zwillingen vor den Operationen

Foto: ARTHUR PEREIRA / AFP

Zur Vorbereitung der Eingriffe nutzten die Chirurgen auch VR-Technik. Mit Gehirnscans erschufen sie eine Art Karte der Köpfe von den Zwillingen Arthur und Bernardo und übten die Operationen im Vorfeld. Der beteiligte britische Chirurg Noor ul Owase Jeelani sprach von »Weltraum« -Technologie. »Es ist einfach wundervoll, es ist großartig, die Anatomie zu sehen und die Operation virtuell vorzunehmen, bevor die Kinder irgendeinem Risiko ausgesetzt werden.«

Die Jungen erholen sich nach wie vor von den Eingriffen, außerdem könnten künftig zusätzliche Operationen nötig sein.

kha/AFP
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