Sibirien Mehr als 100 Tote nach Flugzeugunglück

Der Airbus kam aus Moskau und brachte knapp 200 Menschen ins sibirische Irkutsk. Doch die Maschine schoss heute über die Landebahn hinaus. Vermutlich kamen dabei fast 150 Menschen ums Leben. An Bord des Flugzeugs waren viele Kinder.


Moskau - Bei der Bruchlandung eines russischen Passagierflugzeugs in der sibirischen Stadt Irkutsk sind rund 150 Menschen ums Leben gekommen. Das melden heute die russischen Nachrichtenagenturen Interfax und ITAR-Tass unter Berufung auf vorläufige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Der mit 192 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern besetzte Airbus A310 kam nach Angaben der russischen Regierung in Moskau mit hoher Geschwindigkeit von der Landebahn des Irkutsker Flughafens ab und krachte frontal in eine Beton-Barriere. Der vordere Teil des Rumpfes sei völlig zerstört worden. Das Flugzeug ging in Flammen auf, eine Explosion war zu hören. Die Feuerwehr löschte den Brand nach zwei Stunden.

Unfallort Irkutsk: Retter bergen Leichen und Verletzte aus der verunglückten Maschine der Airline Sibir
REUTERS

Unfallort Irkutsk: Retter bergen Leichen und Verletzte aus der verunglückten Maschine der Airline Sibir

Nach amtlichen Angaben wurden zunächst 102 Leichen und 55 Verletzte geborgen. Warum der Airbus der russischen Fluggesellschaft Sibir heute um 7.50 Uhr Ortszeit verunglückte, war zunächst unklar. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Irkutsk sprachen dagegen von mehr als 140 Toten, darunter die Flugzeugbesatzung.

Ein Augenzeuge sagte dem russischen Fernsehsender NTW, er habe mit einem Passagier gesprochen, der mit anderen aus dem Airbus ausstieg: "Er sagte, das Flugzeug sei gelandet, es habe aber nicht gebremst."

An Bord des Airbus befanden sich zahlreiche Kinder. Sie waren auf dem Weg zu einem Ferienaufenthalt am Baikal-See. Wie viele Kinder getötet oder verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Der Flugschreiber und der Voice Recorder der Unglücksmaschine wurden bereits geborgen. Die Unglücksursache war nicht bekannt. Der russische Verkehrsminister Igor Lewitin erklärte heute Morgen, schlechtes Wetter könne eine Rolle gespielt haben. "Das Flugzeug kam von der Landebahn des Flughafens Irkutsk ab, die nach Regenfällen in der Region nass war", sagte er.

kaz/AP/AFP/dpa/Reuters



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