»Beschwerden, Beleidigungen, Drohungen« Oben-ohne-Regel in Siegen – Stadt berichtet von zahllosen Hassnachrichten

In Siegener Schwimmbädern galt seit diesem Sommer »oben ohne« für alle. Frauen nutzten das Angebot laut der Kommune kaum – umso größer war offenbar der Hass, den die Stadt abbekam.
Schwimmbad (Symbolbild): Hassnachrichten wegen Oben-ohne-Regel

Schwimmbad (Symbolbild): Hassnachrichten wegen Oben-ohne-Regel

Foto: Christian Knieps / dpa

Die seit diesem Sommer geänderte Oben-ohne-Regel in Schwimmbädern in Siegen (NRW) ist offenbar nur selten genutzt worden.

Frauen hätten von der neuen Möglichkeit »fast gar keinen Gebrauch gemacht«, sagte eine Stadt-Sprecherin. Siegen hatte im Juni für die fünf städtischen Schwimmbäder beschlossen, dass Gäste egal welchen Geschlechts mit nacktem Oberkörper schwimmen dürfen.

Die Entscheidung der Stadt löste laut der Kommune hasserfüllte Reaktionen aus. Die Sprecherin sagte, es sei »eine Vielzahl von Beschwerden, Beleidigungen, Drohungen per Mail, Brief, Anrufe« bei der Kommune eingegangen. Eine Drohung habe man angezeigt.

Auch im niedersächsischen Göttingen dürfen die Gäste mit nacktem Oberkörper in Schwimmbädern baden. Auslöser für den Beschluss der Stadt war eine Person, die sich weder als Frau noch als Mann sieht.

Im August 2021 ging die Person oben ohne baden. Das Schwimmbadpersonal sprach deswegen von einem Verstoß gegen die Badeordnung.

Seit die Oben-ohne-Regelung eingeführt wurde, gab es nach Angaben der Stadt Göttingen keine nennenswerten Vorkommnisse in den betroffenen Bädern.

jpz/dpa
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