Dortmunder Neonazi »SS-Siggi« Siegfried Borchardt ist tot

Früher trieb er als Kopf der Hooligan-Gruppe »Borussenfront« sein Unwesen, später saß er im Dortmunder Stadtrat: Der bekannte Neonazi Siegfried Borchardt ist nach Angaben seiner Partei gestorben.
Siegfried Borchardt ist tot (Archivbild von 2014)

Siegfried Borchardt ist tot (Archivbild von 2014)

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Der bekannte Dortmunder Neonazi Siegfried Borchardt ist tot. Die rechtsextreme Splitterpartei Die Rechte, in der er Mitglied war, teilte auf ihrer Internetseite mit, Borchardt sei nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt in der Nacht auf den 3. Oktober im Alter von 67 Jahren in Dortmund gestorben.

Der als »SS-Siggi« bekannte Rechtsextremist war 2014 für Die Rechte in den Dortmunder Stadtrat eingezogen. Bei der konstituierenden Sitzung hatte es Proteste gegeben, etwa 200 Menschen demonstrierten vor dem Rathaus gegen den Neonazi. Zwei Monate später trat Borchardt zurück.

In den Achtzigerjahren hatte Borchardt die sogenannte Borussenfront gegründet, einen Zusammenschluss von Fans von Borussia Dortmund, in dem sich rechtsextreme Hooligans sammelten. Vor allem im Dortmunder Norden war Borchardt unterwegs, dort kam es regelmäßig zu Ausschreitungen, Menschen wurden von Rassisten durch die Straßen gejagt.

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Borchardt wurde mehrfach wegen Straftaten verurteilt und musste auch ins Gefängnis, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Zuletzt war er 2018 wegen Beleidigung von Polizisten zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt worden.

ptz
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