Zweite Silvesterparty in der Pandemie So feiern Deutschland und die Welt den Jahreswechsel

Deutschland begrüßt das Jahr 2022 – wegen Corona an vielen Orten eher ruhig. Dafür gab es einen Witz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. In anderen Ländern ging es lebhafter zu, trotz Covid-19.
Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin fällt auch diesmal wieder aus, das ZDF übertrug vom Brandenburger Tor aber eine Show – auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war zugeschaltet

Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin fällt auch diesmal wieder aus, das ZDF übertrug vom Brandenburger Tor aber eine Show – auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war zugeschaltet

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Christophe Gateau / dpa

Deutschland begrüßt das Jahr 2022: In der Coronapandemie ist der Jahreswechsel erneut an vielen Orten deutlich ruhiger als sonst – trotz der ungewöhnlich milden Temperaturen. Böller und Raketen durften wie im vergangenen Jahr vorab nicht verkauft werden, um die Krankenhäuser nicht weiter zu belasten. Private Feiern sind wegen der raschen Verbreitung der Omikron-Variante nur im kleinen Rahmen erlaubt.

Auch Deutschlands größte Silvesterfeier und das Feuerwerk am Brandenburger Tor fielen aus. Stattdessen strahlte das ZDF eine Silvestershow live, aber ohne Publikum vor Ort aus. Kurz vor Mitternacht seien trotzdem immer mehr Menschen in der Nähe des Brandenburger Tors gewesen, schrieb die Berliner Polizei auf Twitter. Die Bühnenshow sei von dort aus nicht sichtbar, die Menschen würden zum Gehen aufgefordert.

Im ZDF zugeschaltet war auch Karl Lauterbach. Der Bundesgesundheitsminister zeigte sich mit Blick auf die Pandemie vorsichtig optimistisch. Fürs nächste Jahr gebe es »Licht am Ende des Tunnels«, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend in der ZDF-Liveshow. Omikron werde noch mal eine schwere Herausforderung. »Aber es sieht so aus, als wenn diese Variante etwas weniger gefährlich wäre als die Delta-Variante.« Das sei schon mal ein Lichtblick.

»Übertreibt es nicht. Ich sehe euch. Grüße, euer Karl«

Lauterbach appellierte an die Menschen, sich impfen zu lassen. Er hatte auch dazu geraten, am Silvesterabend vorsichtig zu sein – sich dabei aber auch selbstironisch gezeigt.

Mit einem Foto auf Twitter hatte der in der Coronapandemie als Mahner und Warner bekannte SPD-Politiker Stellung zum Feiern des Jahreswechsels bekannt. »Übertreibt es nicht. Ich sehe euch. Grüße, euer Karl«, steht auf einem von ihm verlinkten Meme, auf dem er von draußen heimlich durch ein Fenster blickt.

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Ganz falsch sei das bearbeitete Foto nicht, schrieb der Minister und wünschte einen »schönen letzten Abend in 2021«. Er »appelliere an alle, ein letztes Mal, vorsichtig zu sein«, schrieb er. »Testen, sehr kleine Gruppen, Mundschutz wo nötig und alleine Fernsehen bei Symptomen.«

So feiert die Welt Silvester

26 Stunden dauert es, bis der ganze Globus (am 1.1., 13.00 Uhr MEZ) ins neue Jahr gerutscht ist. Den Anfang machten auch diesmal die Inselstaaten Samoa und Kiribati im Pazifik, es folgten Länder wie Australien, Südkorea, die Philippinen, China und Indien.

Im australischen Sydney waren – anders als beim letzten Jahreswechsel – wieder Zehntausende Zuschauer zum Feuerwerk vor der Kulisse des Opernhauses zugelassen. Interessenten mussten im Vorfeld ein Ticket für einen von rund 30 Aussichtspunkten kaufen. Im Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, explodieren wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante gerade die Coronazahlen. Am Freitag meldeten die Behörden mehr als 21.000 Neuinfektionen.

Feuerwerk über dem Hafen von Sydney

Feuerwerk über dem Hafen von Sydney

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Brook Mitchell / Getty Images

In China sagten wegen Corona mehrere Städte Feuerwerke und größere Festlichkeiten ab, darunter Peking und auch Wuhan, die Stadt, in der Ende 2019 das Coronavirus als Erstes ausbrach. Silvester ist für die Chinesen an sich kein besonders wichtiger Feiertag. Nach ihrem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr diesmal Anfang Februar. Erst dann gibt es eine große Reisewelle. 2022 werden jedoch erhebliche Reisebeschränkungen erwartet.

In Thailand – einem der wenigen Fernziele, an dem sich derzeit zahlreiche Touristen aufhalten – durften viele Lokale in der Silvesternacht ausnahmsweise bis 1.00 Uhr öffnen und bis dahin auch Alkohol ausschenken. In der Hauptstadt Bangkok begrüßten Zehntausende Einheimische und Touristen das neue Jahr in der berühmten Backpacker-Meile Khaosan Road.

Die gesamte Straße, die bis vor wenigen Wochen wegen der Pandemie noch verwaist war, glich einer einzigen Rave-Party mit lauter Musik in jeder Bar. Um Einlass zu bekommen, mussten Besucher einen Impfpass vorlegen – aber danach wurde getanzt, gesungen und getrunken wie in Vor-Pandemie-Zeiten. Die Coronazahlen sind in Thailand bisher trotz Omikron-Variante weiter niedrig und liegen landesweit täglich bei etwa 3000 Neuinfektionen.

Auch Thailand ist Deutschland zeitlich voraus: Feuerwerk läutet über dem Chao-Phraya-Fluss in Bangkok das neue Jahr 2022 ein

Auch Thailand ist Deutschland zeitlich voraus: Feuerwerk läutet über dem Chao-Phraya-Fluss in Bangkok das neue Jahr 2022 ein

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Wason Wanichakorn / dpa

Mit Feuerwerk an gleich mehreren Stellen haben Millionen Menschen in Moskau bei Minustemperaturen das neue Jahr gefeiert. Tausende fanden sich allein am Roten Platz ein, wo die Uhr am Kreml zwölfmal schlug, um das Jahr 2022 einzuläuten. Die russische Hauptstadt organisiert traditionell an mehreren Stellen Feuerwerke. Größere Einschränkungen wegen der Pandemie gibt es bei den Feierlichkeiten zum neuen Jahr nicht.

In Dubai war am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa, wieder ein spektakuläres Feuerwerk geplant. In New York sollte die Silvesterparty am Times Square wieder mit Zuschauern stattfinden – allerdings nur mit geimpften.

ngo/dpa
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