Nachkomme des Löwen Cecil getötet Erst der Vater, jetzt der Sohn

Die tödliche Jagd auf den Löwen Cecil löste 2015 weltweit Empörung aus. Nun haben Großwildjäger in Simbabwe einen Abkömmling des berühmten Tiers getötet.

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Ein Sohn des vor zwei Jahren in Simbabwe getöteten Löwen Cecil ist von Großwildjägern erschossen worden. Der sechs Jahre alte Xanda sei während einer Trophäenjagd in dem Land im Süden Afrikas getötet worden, berichtete die Gruppe World Heritage Species auf ihrer Facebook-Seite. Die Organisation setzt sich für den Schutz von Löwen ein.

Der Safarianbieter Richard Cooke, der die Jagd für einen unbekannten Jäger organisiert hatte, bestätigte den Tod des Tiers. Die Jagd war offenbar legal: Xanda war älter als fünf Jahre und wurde außerhalb der Grenzen des Hwange-Nationalparks im Westen des südafrikanischen Landes erschossen.

Vor zwei Jahren wurde der landesweit wegen seiner schwarzen Mähne bekannte Löwe Cecil ebenfalls außerhalb der Grenzen des Nationalparks von einem Großwildjäger aus den USA erschossen. Berichten zufolge hatte der Jäger Walter P. umgerechnet rund 45.000 Euro für die Jagd bezahlt.

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Nachkomme des Löwen Cecil getötet: Erst der Vater, jetzt der Sohn

Der Tod des Tiers löste weltweit Entrüstung aus. P. lockte Cecil aus dem Nationalpark, in dem die Jagd verboten ist. Dort schoss er offenbar zunächst mit Pfeil und Bogen auf den Löwen. Erst viele Stunden später soll er das Tier mit einem Schuss von seinen Qualen erlöst haben. Die simbabwischen Behörden sahen die Jagd als legal an und stellten die Ermittlungen gegen P. ein.

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife verurteilt die Löwenjagd als "sinnlos". Demnach wurden die Löwenbestände in Afrika in den vergangenen 21 Jahren durch den Verlust von Lebensräumen, Konflikte mit Farmern und Trophäenjagden fast um die Hälfte dezimiert, auf 20.000 Tiere. Deutschland ist der Organisation zufolge gemeinsam mit Spanien der zweitgrößte Importeur von Jagdtrophäen. Größter Importeur sind die USA.

asa/dpa/AP



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