Corona-Fall auf Kreuzfahrtschiff Knapp 1700 Passagiere harren in Kabinen aus

Das Kreuzfahrtschiff »Quantum of the Seas« hängt in Singapur fest. Grund ist ein Corona-Fall an Bord.
Singapur: Das Kreuzfahrtschiff »Quantum of the Seas« liegt im Marina Bay Cruise Center

Singapur: Das Kreuzfahrtschiff »Quantum of the Seas« liegt im Marina Bay Cruise Center

Foto: Danial Hakim / dpa

Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs »Quantum of the Seas« der Reederei Royal Caribbean International ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei dem Betroffenen soll es sich um einen 83-Jährigen handeln. Er hatte sich mit Darmbeschwerden beim Schiffsarzt gemeldet.

Die Leiterin der Tourismusbehörde in Singapur, Annie Chang, sagte der Zeitung »Straits Times« der Mann habe bei Reiseantritt einen negativen Coronatest vorgezeigt.  

Laut Angaben der Tourismusbehörden in Singapur wurden sämtliche engen Kontaktpersonen des Mannes negativ auf Covid-19 getestet. Der Kapitän forderte dennoch die knapp 1700 Passagiere auf, in den Kabinen zu bleiben.

Das Schiff musste um acht Uhr Ortszeit am Mittwoch in den Hafen von Singapur zurückkehren. Es sei noch nicht klar, wann die Passagiere von Bord gehen könnten, hieß es. Vorher müssten alle auf Covid-19 getestet werden.

Laut einem Reedereisprecher befinden sich derzeit 1680 Passagiere und 1148 Besatzungsmitglieder an Bord. »Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden«, sagte ein 31-jähriger Passagier der Nachrichtenagentur Reuters.

»Ich habe keine Ahnung, wie der Patient sich angesteckt hat«, erklärte Muhammad Rezal Ramli, 40, der mit seinen beiden Kindern unterwegs ist. »Aber selbst wenn wir die Krankheit auch bekommen, können wir uns darüber nicht beklagen, weil wir uns des Risikos ja bewusst waren. Wir haben die Kreuzfahrt gebucht, die Möglichkeit besteht immer.«

Zwangsaufenthalt in Singapur: Die Passagier der «Quantum of the Seas» hoffen darauf, bald an Land gehen zu können

Zwangsaufenthalt in Singapur: Die Passagier der «Quantum of the Seas» hoffen darauf, bald an Land gehen zu können

Foto: ROSLAN RAHMAN / AFP

Sämtliche Passagiere hatten vor Beginn der sogenannten »Kreuzfahrt ohne Ziel« am Montag die obligatorischen negativen Corona-Tests vorgelegt. Die Reederei bietet wegen der Einreisebeschränkungen in der Pandemie Schiffsreisen ohne Landgänge an, um finanzielle Einbußen teilweise aufzufangen.

Die globale Kreuzfahrtindustrie war früh von der Coronakrise betroffen, die Verluste sind groß. Bereits im Februar infizierten sich mehr als 700 Gäste und Crewmitglieder auf der »Diamond Princess« vor der japanischen Küste mit dem Coronavirus und saßen wochenlang fest.

Singapur verzeichnet bisher 58.000 Corona-Fälle und 29 Tote, in den vergangenen Wochen soll es weniger als eine Handvoll Neuinfektionen gegeben haben.

ala/Reuters
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