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Schleswig-Holstein: Frachter kollidieren auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Foto: Jens-Peter Mohr/ dpa

Wasserstraße blockiert Nord-Ostseekanal nach Frachterkollision gesperrt

Einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt droht eine tagelange Blockade: Auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist es zu einem schweren Zusammenstoß von zwei Frachtern gekommen. Eines der Schiffe droht zu sinken, die Bergung ist kompliziert.

Brunsbüttel - Am frühen Morgen gegen 3 Uhr stieß der 100 Meter lange Küstenfrachter "Siderfly" auf dem Nord-Ostsee-Kanal nahe Brunsbüttel mit dem niederländischen Gastanker "Coral Ivory" zusammen.

Wie NDR 1 Welle Nord berichtete, soll die "Siderfly" zwei große Lecks im Rumpf davongetragen haben. Das Schiff liegt jetzt mit etwa 30 Grad Schlagseite an der Böschung und droht zu sinken. Zwei Schlepper halten den havarierten Küstenfrachter in seiner Position. "Wir sind dabei, weitere Stabilisierungsmaßnahmen vorzubereiten", sagte eine Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven dem NDR.

Die Besatzung des unter der Flagge des Karibikstaats St. Vincent und die Grenadinen fahrenden Schiffs sei in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Es habe keine Verletzten unter den insgesamt 29 Seeleuten gegeben. Der niederländische Gastanker trug kaum Schaden davon.

Die Schleusen in Kiel und Brunsbüttel wurden wegen der Bergungsarbeiten gesperrt. Weil bereits Dieselöl ausgetreten ist, wurden Ölsperren angebracht.

Die Bergungsarbeiten werden ersten Einschätzungen zufolge mehrere Tage andauern. Vorausgesetzt, der Rumpf ist stabil, wird das Schiff vermutlich mit einem Schwimmkran geborgen werden. Zuvor müssen sich Taucher einen Überblick über den Zustand der havarierten Frachter machen. Die "Siderfly" war auf dem Weg nach Antwerpen, die "Coral Ivory" hatte als Ziel Finnland.

Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Im vergangenen Jahr nutzten ihn weit über 34.000 Schiffe. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen mit anschließender Sperrung des Kanals.

Erst am vergangenen Freitag war vor der Ostseeinsel Rügen ein russischer Frachter mit einer britischen Segelyacht kollidiert. Besonders besorgniserregend: Die "Mikhail Lomonosov" der russischen Reederei Northern Shipping Company (NSC) soll mit radioaktivem Material beladen gewesen sein. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem "Hamburger Abendblatt", ein Gefahrgut-Transport sei nicht bekannt gewesen.

ala
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