Sklavenarbeit in China Fabrikbesitzer lässt Behinderte Hundefutter essen

In China ist eine Fabrik aufgeflogen, in der geistig behinderte Menschen offenbar zur Sklavenarbeit gezwungen wurden. Zum Teil mussten sich die Arbeiter von Hundefutter ernähren.


Peking - In einer Fabrik zur Herstellung von Baumaterialien in der fernen Region Xinjiang in Nordwestchina wurden Menschen offenbar als Sklaven gehalten. Die Männer mussten Steine zerschlagen, stundenlang ohne Bezahlung schuften und Hundefutter essen, wie es in Berichten der staatlichen Zeitung "Global Times" und der "Beijing News" heißt. Wer versucht habe zu fliehen, sei mit Schlägen traktiert worden.

Von den elf festgehaltenen Arbeitern seien acht geistig zurückgeblieben, berichteten die chinesischen Medien. Einige der Arbeiter seien seit vier Jahren für die Firma tätig gewesen. Behördenmitarbeiten seien auf dem Weg, um die Arbeiter zu befreien, teilte ein Sprecher der Provinz Sichuan am Dienstag mit.

Wie die "Global Times" berichtete, wurde ein Mann festgenommen, der die Arbeiter an die Fabrik verkauft haben soll. Er habe im Bezirk Qu eine Adoptionsagentur für Bedürftige gegründet.

In China gab es in der Vergangenheit bereits eine Reihe ähnlicher Fälle. Im Jahr 2007 hatten Berichte das Land erschüttert, wonach Tausende Menschen in illegalen Ziegeleien in den Provinzen Henan und Shanxi unter sklavenähnlichen Bedingungen zur Arbeit getrieben worden waren.

Im Mai 2009 nahm die Polizei in der östlichen Provinz Anhui zehn Männer fest, denen vorgeworfen wurde, mehr als 30 geistig behinderte Menschen versklavt und ebenfalls zur Arbeit in Ziegeleien gezwungen zu haben.

Auf den aktuellen Fall stießen die Behörden nach einem Pressebericht der "Xinjiang Dushibao". Der Fabrikdirektor hatte geglaubt, für eine Umweltgeschichte interviewt zu werden, und dabei nebenbei berichtet, dass seine Arbeiter aus dem Heim in Sichuan stammten.

China hatte erst vor wenigen Tagen verkündet, dass sich die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen in dem Land innerhalb der vergangenen fünf Jahre signifikant verbessert hätten. Die Regierung habe die Ausgaben für Förderprogramme von behinderten Menschen zwischen 2006 und 2011 im Vergleich zur vorangegangenen Fünf-Jahres-Periode nahezu verdoppelt, hieß es.

kng/dapd/AP



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