Somalia Piraten kapern griechischen Tanker

Nächster Coup der Freibeuter vor Somalia: Trotz wachsender internationaler Präsenz im Golf von Aden ist ein weiteres Schiff entführt worden. Piraten kaperten einen unter der Flagge Panamas fahrenden griechischen Frachter.


Mogadischu - Das Schiff mit 20 Besatzungsmitgliedern an Bord hat den Angaben zufolge Chemikalien geladen, wie die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur mitteilte.

Damit wurden in diesem Jahr schon 69 Schiffe im Golf von Aden überfallen. 27 davon wurden entführt, elf befinden sich immer noch in der Gewalt von Piraten, darunter auch der ukrainische Frachter "MV Faina". Für dessen Freilassung wurden 20 Millionen Dollar Lösegeld gefordert.

Am Freitagabend stellten die Piraten den Besitzern ein Ultimatum bis Montagabend und drohten andernfalls mit der Sprengung des Schiffes mit seinen 20 Besatzungsmitgliedern. Allerdings deuteten sie auch eine gewisse Verhandlungsbereitschaft über die Höhe des Lösegelds an. An Bord des gekaperten Frachters befinden sich 33 Panzer und andere schwere Waffen.

Die IMB in Kuala Lumpur forderte am Samstag abermals einen besseren Schutz für die Schifffahrt im Golf von Aden, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Die Nato hatte am Donnerstag die Entsendung von sieben Kriegsschiffen beschlossen, auch Russland schickte eine Fregatte auf den Weg. Sechs US-Schiffe der Anti-Terror-Mission vor der ostafrikanischen Küste kreisen bereits um die "MV Faina". Die Piraten scheint dies bislang nicht abgeschreckt zu haben.

Ungewöhnlich ist indes die Drohung mit einer Sprengung des ukrainischen Frachters. In der Regel tun die Entführer den Schiffsbesatzungen keine Gewalt an, sondern warten auf Lösegeld. Angesichts der wachsenden internationalen Präsenz dürften sie sich allerdings unter Druck fühlen.

jdl/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.