Sommerhitze Deutschland, 40 Grad

Der Sommer zeigt sich von seiner brutalsten Seite. Keine Wolke weit und breit, die Thermometer zeigen vielerorts knapp 40 Grad Celsius. Den Süddeutschen bleibt nur: abwarten und Eistee trinken. Im Norden bringen leise Lüftchen wenigstens an den Küsten etwas Abkühlung.


Erfurter Zoo, 32 Grad Celsius Hamburg, 30 Grad Celsius Melsungen, 33 Grad Celsius
Lichtenfels, 38 Grad Celsius Büsum, 26 Grad Celsius Mittelmeer bei Torredembarra, 26 Grad, Lufttemperatur 40 Grad Celsius
Frankfurt am Main, 37 Grad Celsius In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen in Süddeutschland auf bis zu 40 Grad Celsius steigen Nürnberg, 35 Grad Celsius

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Frankfurt am Main - Heiß, heißer, glühende Hitze. Fehlt nur noch Hitzefrei. Seit Wochen japsen die Süddeutschen bei Temperaturen über 35 Grad Celsius. Nun hat der Sommer noch mal so richtig aufgedreht. Mit bis zu 40 Grad Celsius im Schatten ist es in Süddeutschland heißer als in den italienischen Urlaubsorten Rimini oder Venedig. Selbst auf der griechischen Insel Kreta ist es kühler als am Oberrhein.

Die Hitze in Deutschland ist so gewaltig, dass selbst die strengsten Bekleidungsvorschriften fallen: Angehende Bundeswehroffiziere dürfen die Ärmel ihrer Felduniform hochkrempeln. Auch der Dresscode für Polizisten ist gelockert: Selbst bei größeren Einsätzen dürfen sie T-Shirts tragen.

Ganz ohne Kleider ist dann aber auch wieder nicht erlaubt: In Pfungstadt laufen Ermittlungen gegen ein Paar, das sich am helllichten Tag auf einer Parkbank entkleidete und zum Liebesspiel überging - selbst Augenzeugen störten die Hessen nicht, die die Hitze - und reichlich Alkohol - im Leib hatten.

Mit Abkühlung ganz anderer Art mussten sich Techniker im französischen Kernkraftwerk Fessenheim beschäftigen: An dem Kernkraftwerk nahe der deutschen Grenze wurden die Außenwände eines Reaktors mit kaltem Wasser besprüht. Es werde geprüft, ob diese Methode einen Schutz vor Überhitzung bieten könne, erklärte der stellvertretende Direktor Joseph Sanchez. Wie die Betreibergesellschaft Electricité de France mitteilte, stiegen die Temperaturen an der Anlage auf bis zu 48,5 Grad Celsius - bei zwei Grad mehr wäre eine Notabschaltung erforderlich.

Selbst der "deutsche Hitzerekord", der am 27. Juli 1983 im bayerischen Gärmersdorf mit 40,2 Grad Celsius gemessen wurde, scheint erreichbar. Für die kommenden Tage sagen die Meteorologen eine stabile Wetterlage voraus, verursacht durch ein stabiles Hochdruckgebiet über der Nordsee. Erst gegen Ende der Woche ist im Westen und Süden mit Wärmegewittern zu rechnen. Solange heißt es keine Wolken, keine Gewitter, keine Abkühlung. Angenehmer ist es mit 25 bis 29 Grad nur an der Nord- und Ostseeküste.

Selbst in der Nacht bleibt es im Westen teilweise über 20 Grad warm, sagte der Wetterdienst Meteomedia in Bochum vorher. Nur im Norden können kühle zwölf Grad erreicht werden. Am Flughafen in Frankfurt/Main wurde in der Nacht zum Montag bereits ein Temperaturrekord gebrochen: Dort gab es mit 23,5 Grad die wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bisherige Rekord lag bei 22,0 Grad, gemessen am 9. August 1982.

Etwa 35 Hektar Waldgelände im Gebiet eines ehemaligen russischen Schießplatzes sind am Montagnachmittag in Brandenburg in Brand geraten. Dabei explodierten teilweise auch Panzerminen und andere Munition, teilte ein Polizeisprecher mit. 14 Löschfahrzeuge der Feuerwehr, ein Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge waren zwischen Jüterbog und Treuenbrietzen im Einsatz. Sie konnten den Brand nach etwa sechs Stunden unter Kontrolle bringen. Einige Bewohner aus umliegenden Häusern mussten in Sicherheit gebracht werden, verletzt wurde niemand.

Die Löscharbeiten waren wegen der Munitionsgefahren besonders erschwert. Der Brand lag teilweise in der so genanten alten "Roten Zone" des Militärschießplatzes mit einer Konzentration von Alt-Munition. "Es wird kontrolliert abgebrannt", sagte ein Polizeisprecher. Über die Ursache des Brandes war zunächst nichts bekannt.



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