"Sophiegate" Die Monarchie steht in Frage

Braucht die Insel noch Royals? Nein, heißt es in Kommentaren britischer Medien - und schon gar nicht deren Ehefrauen. Nach Sophie Rhys-Jones' Auslassungen steckt die Monarchie wieder einmal in einer tiefen Krise.


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Die Royals - Krise in den besten Kreisen

Sollen die Briten nach dem jüngsten Eklat die Monarchie abschaffen?



Rhys-Jones, das Thema auf den Titelseiten
DPA

Rhys-Jones, das Thema auf den Titelseiten

London - Sophie Rhys-Jones hat ihr Opfer gebracht, indem sie sich aus ihrer PR-Firma zurückgezogen hat. Dennoch debattiert die britische Öffentlichkeit über die Zukunft der Monarchie. In der Boulevardzeitung "The Mirror" hieß es am Montag in einem Kommentar, das Land brauche keine Royals mehr. "The Independent" sprach sich für ein Königshaus nach skandinavischem Vorbild aus, mit weniger Mitgliedern, die aus Steuergeldern bezahlt werden. Der britische Premierminister Tony Blair stellte sich dagegen hinter die königliche Familie.

"Ich fürchte, die Magie ist verschwunden", sagte der Abgeordnete Tony Wright dem Radiosender BBC. Jetzt müsse entschieden werden, ob und wie die Monarchie eine Zukunft habe. Die Ehefrau von Prinz Edward erklärte am Sonntag, sie werde die Leitung ihrer PR-Firma niederlegen. Sie war nach abfälligen Äußerungen über Mitglieder der Königsfamilie und Politiker des Landes in die Kritik geraten, die ein verkleideter Reporter heimlich aufgenommen hatte. Die Gräfin von Wessex ging am Montagmorgen in ihr Büro, beantwortete jedoch die Fragen der Reporter nicht.

Sophie Rhys-Jones, Gräfin von Wessex
REUTERS

Sophie Rhys-Jones, Gräfin von Wessex

Wright erklärte, die Regierung müsse die Zukunft des Königshauses genau prüfen. Wenn sie nicht handele, "wird es sowieso das Ende der Monarchie sein". Blairs Büro erklärte, der Regierungschef unterstütze die Monarchie zu 100 Prozent. Auch die Ereignisse der vergangenen Tage hätten das nicht geändert.

Queen will neue Richtlinien für die Familie

Königin Elizabeth II. deutete an, das Königshaus werde neue Richtlinien für die Arbeit der Familienmitglieder erarbeiten. In einer Stellungnahme hieß es, die Königin wisse, dass die Interessen der Monarchie mit Geschäftsinteressen kollidieren könnten. Wege zur Vermeidung solcher Interessenkonflikte müssten im Licht dieser Episode betrachtet werden. Dies werde in den kommenden Wochen geschehen, hieß es weiter.



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