Ku-Klux-Klan-Aufmarsch Dö-dö-dö-dö-dö-dö-di-döööö

Der rechte Ku-Klux-Klan marschiert in South Carolina, will Stärke demonstrieren. Doch Matt Buck vermasselt den Auftritt: Er begleitet die Demonstranten mit seiner Tuba und wird mit seiner "Sinfonie für die Dummen" berühmt.
Demonstranten in Columbia: Ungewollter Soundtrack

Demonstranten in Columbia: Ungewollter Soundtrack

Foto: JOHN MOORE/ AFP

Matt Buck wird als amerikanischer Held gefeiert, kriegt Einladungen in TV-Shows und Angebote von Musikfirmen. Alles, weil der Mann einen Aufmarsch des Ku-Klux-Klan in South Carolina auf brillante Weise der Lächerlichkeit preisgab.

Ein gut anderthalbminütiges Video  zeigt, wie Buck mit seiner Sousafon, einer Art der Tuba, neben der Demonstration hergeht. Dabei spielt er Musik, die inzwischen als "Sinfonie für die Dummen" bekannt ist. Meist eine Melodie, die bestenfalls passt, wenn sich eine Comicfigur erschöpft durch einen Trickfilm schleppt, "sehr lethargisch", sagt Buck. Zwischendurch auch mal ein paar Takte aus Richard Wagners "Walkürenritt", in Filmen gerne für dramatische Szenen oder Auftritte von Bösewichten genommen.

Diese musikalische Kombination als Soundtrack ließ die Ku-Klux-Klan-Demonstration alles andere als martialisch oder überhaupt nur wichtig wirken. Auch Teilnehmer anderer Gruppen wie der extremistischen National Socialist Movement Party wirkten wie Witzfiguren.

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Genau das war Bucks Ziel. "Ich wusste nicht wirklich, wie ich meinen Widerstand zeigen sollte - das war meine Art, es zu tun", sagte er dem "Charleston City Paper" . Andere Gegendemonstranten hätten sich ihm angeschlossen.

Er glaube, nicht alle Klan-Mitglieder hätten die Aktion verstanden, sagte Buck. Ein paar Demonstranten hätten Worte an ihn gerichtet, aber niemand habe ihn ernsthaft konfrontiert. "Mein Ziel war, sie zu blamieren, und ich denke, ein wenig habe ich das getan".

Ein Bonus des inzwischen mehr als vier Millionen Mal angeklickten Videos sind die Kommentare einer Frau aus dem Off zu den Klan-Mitgliedern: "Dumm ist der, der Dummes tut" und "Wenn der Stammbaum keine Zweige hat."

Buck hätte nichts dagegen, wenn Sousafon-Spielen sich als Protestform etabliert. "Wenn das ein Ding wird, sobald jemand etwas Dummes in der Öffentlichkeit tut, bin ich dafür", sagte er der Website "Daily Beast" . "Viel zu oft kommen Leute damit davon, Idioten zu sein." Inzwischen hat die Aktion ungeahnte Folgen. Buck überlegt, eine Anti-Hass-Kampagne zu starten, mit Sousafonen, versteht sich. Möglicher Titel: "Tuba Libre".

Bei dem Aufmarsch waren immer wieder einzelne der etwa 2000 Demonstranten und Gegendemonstranten aneinandergeraten und hatten sich beschimpft. Insgesamt blieb es aber verhältnismäßig ruhig. South Carolina hatte entschieden, die Flagge über dem State House einzuholen, nachdem der 21-jährige Dylann R. in einer Kirche in Charleston neun Schwarze erschossen hatte. R. hatte auf Fotos auch mit der Konföderiertenflagge posiert. Er ist unter anderem wegen neunfachen Mordes und Verbrechen aus Hass angeklagt.

ulz
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