Späte Gerechtigkeit Todeskandidat nach 17 Jahren Haft frei

Ein Texaner hat jahrelang zu Unrecht in der Todeszelle gesessen. Der vermeintliche Mörder hatte stets seine Unschuld beteuert. Nun hob ein Gericht das Todesurteil auf.


Huntsville - Der heute 59-jährige Ernest Willis soll einem Bericht der Zeitung "Houston Chronicle" zufolge noch in dieser Woche entlassen werden. Ein Bezirksrichter in Pecos County hatte das Urteil gegen Willis gestern offiziell aufgehoben. Der Häftling hatte jahrelang mit Hilfe seiner Anwälte für Gerechtigkeit gekämpft.

Willis wurde zur Last gelegt, 1986 in dem texanischen Ort Iraan ein Feuer gelegt zu haben, bei dem zwei schlafende Frauen ums Leben kamen. Nachdem sein Fall neu untersucht worden war, stellte die Staatsanwaltschaft jedoch fest, dass die Indizien in seinem Prozess vollkommen unzureichend waren und außerdem auch noch falsch interpretiert wurden.

Der US-Bundesstaat Texas hat die Todesstrafe 1976 wieder eingeführt. Dort werden die meisten Exekutionen durchgeführt - mit weitem Abstand zu den übrigen Bundesstaaten. Willis ist seit 1976 der achte Todeskandidat, der freikommt.

Der 30-jährige Raubmörder Edward Green hingegen wurde gestern Abend im texanischen Staatsgefängnis von Huntsville durch eine Giftinjektion hingerichtet. Green entschuldigte sich in der Exekutionskammer bei der Familie seines Opfers. In Texas sitzen zurzeit 445 Männer und acht Frauen in Todeszellen.



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