Späte Reue US-Deserteur stellt sich nach 39 Jahren

Im Jahr 1965 war Charles Jenkins aus dem amerikanischen Armeedienst desertiert und nach Nordkorea geflohen. Dort spielte er in Propagandafilmen gegen die USA mit. Nun hat der Mann sich bei der US Army gestellt - in Begleitung seiner Frau und seiner Kinder.


Camp Zama/Japan - Jenkins meldete sich am Samstag auf einem US-Stützpunkt Camp Zama in Japan. Auch seine beiden Töchter begleiteten ihn. Ein Armeesprecher erklärte, Jenkins werde zunächst nicht festgenommen und gelte bis zu einer Verurteilung als unschuldig.

Seine spätere Frau wurde vor 26 Jahren von Agenten nach Nordkorea entführt, um Spionen Japanisch beizubringen. Dort lernte sie den flüchtigen Jenkins kennen. 2002 durfte die Frau nach Japan zurückkehren und ließ ihre Familie zurück. Jenkins und die beiden Töchter lehnten es aus Angst vor einer Auslieferung an die USA zunächst ab, ebenfalls nach Japan zu kommen.

Im Juli reisten sie schließlich doch nach Tokio, wo Jenkins seither in einem Krankenhaus behandelt wurde. Im Fall einer Verurteilung droht dem 64-Jährigen lebenslange Haft. Er war während seiner Zeit in dem kommunistischen Staat in nordkoreanischen Propagandafilmen zu sehen.



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