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Mittelmeer Spanien greift rund tausend Flüchtlinge auf

Tausende Flüchtlinge versuchen nach Europa zu kommen. Spanische Behörden haben rund tausend von ihnen in der Meerenge von Gibraltar aufgegriffen. Den Grenzzaun in Melilla übewanden hingegen nur wenige.
Flüchtlinge im Hafen von Tarifa: Migranten auf Dutzenden kleinen Booten

Flüchtlinge im Hafen von Tarifa: Migranten auf Dutzenden kleinen Booten

Foto: MARCOS MORENO/ AFP
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Madrid - Die spanischen Behörden haben in den vergangenen zwei Tagen knapp tausend afrikanische Flüchtlinge in der Meerenge von Gibraltar aufgegriffen. Allein am Dienstag hätten die Rettungskräfte knapp 700 Migranten auf 70 kleinen Booten und improvisierten Flößen in Gewahrsam genommen, teilte die Küstenwache mit. Am Montag seien bereits 227 Flüchtlinge aufgegriffen worden.

Zudem versuchten rund 750 Menschen, den mehrfach gesicherten meterhohen Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla zu überwinden. Etwa 80 von ihnen gelang der gefährliche Überstieg. Drei Menschen wurden nach Angaben der dortigen Behörden verletzt.

Wegen des warmen Wetters und der ruhigen See ist der Flüchtlingsstrom derzeit besonders hoch. Außerdem wird die Lage in vielen afrikanischen Konfliktgebieten immer schlimmer. Besonders Italien ist neben Spanien ein bevorzugtes Ziel der Bootsflüchtlinge. Die italienische Küstenwache hatte am Wochenende mehr als 2000 Flüchtlinge gerettet.

Der Uno zufolge haben in der ersten Jahreshälfte mehr als 75.000 Menschen versucht, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Etwa 800 Flüchtlinge kamen dabei ums Leben.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex berichtet, die Zahl der Flüchtlinge sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 500 Prozent gestiegen. Demnach kamen die meisten Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien, aber auch viele Somalier und Malier waren darunter. Die instabile Lage in Libyen erleichtere es Schleppern, Überfahrten zu organisieren, erklärte Frontex.

sun/AFP