Elftägige Fahrt von Nigeria auf die Kanaren Drei Männer auf Ruder eines Öltankers entdeckt

Die spanische Küstenwache hat nach eigenen Angaben drei blinde Passagiere von einem Ruderblatt gerettet und in den Hafen gebracht. Das Schiff, auf dem sie ankamen, hatte eine lange Reise hinter sich.
Öl- und Chemikalientanker »Althini II«: Elftägige Reise von Lagos in Nigeria nach Las Palmas auf Gran Canaria

Öl- und Chemikalientanker »Althini II«: Elftägige Reise von Lagos in Nigeria nach Las Palmas auf Gran Canaria

Foto: Salvamento Maritimo / dpa

Die spanische Küstenwache hat nach eigenen Angaben drei Männer gerettet, die auf dem Ruderblatt eines Schiffs aus Nigeria eingereist waren. Auf einem am Montag von der Küstenwache auf Twitter  verbreiteten Foto sind die drei blinden Passagiere auf dem Ruder des Öl- und Chemikalientankers »Althini II« zu sehen.

Laut Marine Traffic, einer Website zur Schiffsverfolgung, ist die »Althini II« am Montag nach einer elftägigen Reise vom nigerianischen Lagos in Las Palmas auf Gran Canaria angekommen. Die Männer seien in den Hafen gebracht und von Gesundheitsdiensten betreut worden, teilte die Küstenwache auf Twitter mit.

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Die Kanarischen Inseln sind ein beliebtes Tor für afrikanische Migranten, die versuchen, Europa zu erreichen. Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE meldet, soll es sich nicht um den ersten Fall dieser Art handeln. Bereits im November 2020 wurden drei Personen am Ruderblatt des Tankers »Ocean Princess II« gefunden, einen Monat zuvor drei weitere auf dem Tanker »Champion Pula«. Auch diese Schiffe sollen das nigerianische Lagos verlassen haben.

Regierung kann Gewalt kaum etwas entgegensetzen

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, bereitet man sich derzeit auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr vor. Die Bevölkerung Nigerias ist in Muslime im Norden und Christen im Süden sowie in 300 ethnische Gruppen gespalten. Ethnische und religiöse Gewalt ist in der Vergangenheit immer wieder aufgeflammt. Im Norden ist vor allem die islamistische Terrorgruppe Boko Haram für zahlreiche Entführungen gegen Lösegeld verantwortlich, aber auch kriminelle Banden sorgen dort immer wieder für Unruhe. Die Regierung von Präsident Muhammadu Buhari kann der Gewalt in dem Land kaum etwas entgegensetzen.

Die Weltbank schätzt, dass die Bevölkerung Nigerias bis 2050 die der Vereinigten Staaten übertreffen und fast 400 Millionen Menschen erreichen wird.

swe/reuters
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