Bohrloch in Spanien Einsatzkräfte wollen Zweijährigen über Tunnel erreichen

In Spanien fehlt noch immer jede Spur von einem Zweijährigen, der in ein Bohrloch gefallen sein soll. Retter versuchen, ihn über einen Tunnel zu erreichen - doch es gibt Zweifel, ob er überhaut dort ist.


In der spanischen Gemeinde Totalán suchen Einsatzkräfte weiter nach einem zweijährigen Jungen, der vor knapp zwei Tagen beim Spielen in ein mehr als hundert Meter tiefes Bohrloch gestürzt sein soll.

Man habe sich entschieden, von einem Abhang aus einen horizontalen Tunnel zu graben. So wollen sich die Helfer der Stelle nähern, an der sich der Junge mutmaßlich befinde, berichteten mehrere spanische Medien, darunter "La Vanguardia" und "El País". Das sei die "sicherste Option", sagte die Regierungsdelegierte in Málaga, María Gámez, laut "La Vanguardia". Man hätte auch andere Möglichkeiten in Erwägung gezogen, etwa einen senkrechten Tunnel neben dem Bohrloch zu graben.

Der Zweijährige soll am Sonntagmittag bei einem Ausflug seiner Familie aufs Land in den offenen Schacht gefallen sein, der nur einen Durchmesser von rund 25 Zentimetern hat. Mit einer Kamera drangen die Helfer bis in eine Tiefe von knapp 80 Metern vor und fanden dort eine Tüte mit Süßigkeiten, die das Kind bei sich gehabt hatte. Weil sich Erde gelöst habe, die den Schacht verstopfe, komme man mit der Kamera bisher aber nicht weiter abwärts, teilten die Rettungsteams mit. Der Schacht ist insgesamt 110 Meter tief.

Bohrloch in der Provinz Málaga
DPA/ Bomberos De Malaga/ Europa Press

Bohrloch in der Provinz Málaga

Die Polizei hatte am Montag eingeräumt, man habe zwar "noch keinen physischen Beweis" dafür, dass das Kind tatsächlich in dem Loch sei. Aufgrund der Angaben der Eltern, die das Kind im Schacht hätten weinen hören, schließe man andere Möglichkeiten zunächst aber aus. Einige Experten zweifelten jedoch daran, dass der Junge sich tatsächlich dort befinde, schreibt "La Vanguardia". Die Familie hatte spanischen Medienberichten zufolge bereits 2017 ein Kind verloren. Der Bruder des Zweijährigen starb demnach im Alter von drei Jahren.

An der Suche nach dem Jungen beteiligten sich zahlreiche Angehörige der Feuerwehr, der Polizei, des Zivilschutzes und anderer Notdienste.

bbr/dpa



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