Von Metallteil getroffen Explosion in Chemiewerk - Mann stirbt in mehreren Kilometern Entfernung

Im Nordosten Spaniens sind zwei Menschen nach einer Explosion in einer Chemiefabrik ums Leben gekommen. Eines der Opfer war mehrere Kilometer vom Unfallort entfernt.
Explosion in einem spanischen Chemiewerk bei Tarragona

Explosion in einem spanischen Chemiewerk bei Tarragona

Foto: David Oliete/ AP

Bei einer Explosion in einem spanischen Chemiepark mit drei Toten ist ein schweres Metallteil kilometerweit durch die Luft geschleudert worden. Eines der Todesopfer sei am Dienstag gestorben, als sein Haus von der 800 Kilogramm schweren Platte getroffen worden sei, teilte die Feuerwehr der Region Katalonien mit. Das Dach seiner Wohnung im zweiten Stock sei eingestürzt. Augenzeugen sprachen von einer "beängstigenden Feuerkugel" in Torreforta, einem Vorort der 135.000-Einwohner-Stadt Tarragona im Nordosten des Landes.

Die Leiche eines vermissten Mitarbeiters der Chemiefirma wurde wenig später in den Trümmern entdeckt. Ein weiterer Mann sei in einem Krankenhaus in Barcelona seinen schweren Verletzungen erlegen, berichteten Medien später unter Berufung auf die Behörden. Bei der Explosion wurden nach Angaben der Regionalregierung zudem acht Menschen verletzt. Es handle sich vorwiegend um Mitarbeiter der Firma, auch ein weiterer Bewohner des Hauses in Torreforta sei verletzt worden. Einer der Verletzten ist den Angaben zufolge noch in einem kritischen Zustand.

Druckwelle war kilometerweit spürbar

Die Ursache des Unglücks, das sich kurz vor 19 Uhr ereignete, ist bislang unbekannt. Regionalpräsident Quim Torra, der zum Unfallort fuhr, sprach von einem mutmaßlichen Chemieunfall. Die Behörden hatten zunächst vor giftigen Dämpfen gewarnt und die Anwohner dazu aufgerufen, nicht ins Freie zu gehen. Der Zivilschutz gab aber schon nach rund zwei Stunden Entwarnung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch lange nach der Explosion war von Weitem noch eine hohe Rauchwolke zu sehen, wie Videoaufnahmen und Fotos in sozialen Netzwerken zeigten. Die Druckwelle war mehrere Kilometer entfernt zu spüren. Mehrere Straßen wurden gesperrt, der Zugverkehr musste stundenlang unterbrochen worden. Mit einem Großaufgebot kämpfte die Feuerwehr die Nacht über gegen die Flammen.

In der Chemiefabrik wird Ethylenoxid produziert - ein Gas, das hochentzündlich ist und für die Herstellung unter anderem von Reinigungs- und Lösungsmitteln benutzt wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Tarragona sei eine 800.000-Einwohner-Stadt. Diese Zahl bezieht sich jedoch auf die gesamte Provinz. Wir haben die Angabe korrigiert.

bam/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.