Spanien Tomatenmassaker

Unsere Großmütter sagten immer: "Mit Essen spielt man nicht!" Aber unsere Großmütter waren ja auch keine Spanierinnen. In Spanien findet nämlich alljährlich ein ritueller "Tomatenkrieg" statt. Diesmal beteiligten sich 35.000 Tomatenschänder an dem Spektakel.


"Tomatina"
AP

"Tomatina"

Valencia - Mit dem Ruf "Tomaten, Tomaten, wir wollen Tomaten" begann am Mittwoch die einstündige Aktion, bei der sich die Teilnehmer gegenseitig mit reifen Tomaten bewerfen. Austragungsort war wie immer die Kleinstadt Bunol bei Valencia. In diesem Jahr wurden 140 Tonnen der roten Früchte "verschossen". "So viele wie nie zuvor", freute sich Bürgermeisterin Minerva Gomez.

Der Rathausplatz und die Straßen der Ortschaft, die knapp 10.000 Einwohner zählt, schwammen innerhalb kürzester Zeit in einer glitschigen roten Soße. Auch viele Touristen - vor allem aus den USA und Japan - waren eigens zu dem Spektakel angereist. "Das ist verrückt, so etwas habe ich noch nie erlebt", schrie eine Urlauberin.

Den genauen Ursprung des Festes kennt niemand so genau. Es soll angeblich darauf zurück gehen, dass sich mehrere Freunde 1944 nach einem Restaurant-Besuch in einer Bierlaune gegenseitig mit Salatresten bewarfen. Die so genannte "Tomatina" findet seitdem jedes Jahr jeweils am letzten Mittwoch im August statt. In den siebziger Jahren wurde das Spektakel zum Massenspaß.



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