Vermisster Zweijähriger in Spanien Tunnelbau verzögert sich

Seit Sonntag wird ein Zweijähriger in einem engen und mehr als hundert Meter tiefen Bohrloch in Spanien vermutet. Die Suche kommt nur mühsam voran.

MALAGA FIRE DEPARTMENT HANDOUT/EPA-EFE/REX

Die Suche nach einem Kind, das in einem mehr als hundert Meter tiefen Brunnenschacht in Spanien vermutet wird, wird zum Wettlauf gegen die Zeit. Vom zweijährigen Julen gibt es an der Unglücksstelle in Totalán in der südspanischen Provinz Málaga weiterhin kein Lebenszeichen.

Am Donnerstag, dem fünften Tag der Suche, schwand die Hoffnung, den Jungen noch lebend zu finden. Der Bau von zwei Tunneln, die direkt an das Ende des Brunnenschachts führen sollen, wo Julen vermutet wird, verzögerte sich.

Da die Arbeiten zur Vorbereitung des komplizierten, hügeligen Terrains länger als vorgesehen gedauert hätten, sei bis zum Mittag nicht mit dem Graben angefangen worden, berichtete die Zeitung "El País" unter Berufung auf einen Sprecher der Rettungsteams. Mehrere Experten sagten demnach, die Bergung des Kindes sei eine "Frage von Tagen, nicht von Stunden". Amtliche Mitteilungen gab es nicht.

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Spanien: Dramatische Suche nach Zweijährigem in Bohrloch

"Das wird mindestens noch zwei, drei, vier Tage dauern", sagte der Sprecher des Verbandes der Mineningenieure in Málaga, Juan López Escobar, der Nachrichtenagentur Europa Press. Beim Bau des horizontalen Tunnels seien beträchtliche Probleme aufgetaucht, sodass die Hoffnungen nun vor allem auf den Tunnel gesetzt würden, der parallel zum Schacht gegraben werden soll. Diese Arbeiten kämen gut voran.

Am Mittwoch hatte es noch geheißen, zumindest einer der beiden Tunnel könne schon bis Donnerstagabend fertig sein. Trotz der Rückschläge geben manche die Hoffnung nicht auf. "Ich glaube noch an ein kleines Wunder. Es ist ja schon vorgekommen, dass Menschen nach mehreren Tagen lebend geborgen wurden", zitierte "El País" den Höhlenforscher José Berrocal.

Im Video: "Hoffnung, dass er noch lebt"

Alvaro Cabrera/ EPA-EFE/ REX

Julen soll am Sonntag bei einem Ausflug mit seiner Familie in das Loch gefallen sein. Mit einer Kamera wurde in dem Schacht in einer Tiefe von knapp 75 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die der Junge bei sich gehabt hatte. Allerdings verhinderte lose Erde ein tieferes Vordringen mit der Kamera.

wit/dpa/AFP

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