»Ich nehme das mit Humor« Wie eine Mail-Panne der SPD den Hamburger Ortsteil Oldenfelde bekannt macht

Ole Thorben Buschhüter wollte zur Distriktsversammlung in den Seniorentreff einladen, doch er erwischte den falschen Verteiler – mit 400.000 Empfängern. »Ich bin völlig unschuldig«, sagt der Lokalpolitiker. Was ist passiert?
Ein Interview von Kathrin Fromm
Hamburg-Oldenfelde: »Ein schöner, ruhiger Wohnort«

Hamburg-Oldenfelde: »Ein schöner, ruhiger Wohnort«

Foto: Christian Charisius / dpa

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Eigentlich wollte der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter von der SPD nur zur Distriktsversammlung in den Seniorentreff im Ortsteil Oldenfelde einladen. Aber dann erwischte er den falschen Verteiler, die Mail ging raus an rund 400.000 Genossinnen und Genossen in ganz Deutschland – und sorgt seitdem für Lacher auf Twitter.

Die SPD-Anhängerschaft fragt sich, wie sie nach Oldenfelde kommen soll. Ein Ortsteil im auch nicht weiter überregional bekannten Stadtteil Rahlstedt, der bislang selbst vielen Hamburgern kein Begriff ist.

Der Hashtag #Oldenfelde ist aktuell ein Hit auf Twitter, zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer greifen das Thema auf. Auch Buschhüter selbst twitter fleißig mit.

Zur Person
Foto: Patrick Runte / SPD Hamburg

Ole Thorben Buschhüter, 45, ist SPD-Mitglied. Er sitzt seit 2008 für den Wahlkreis Rahlstedt in der Hamburgischen Bürgerschaft und ist dort seit drei Jahren Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion.

SPIEGEL: Herr Buschhüter, Sie haben mit Ihrer Mail für viel Aufsehen gesorgt. Wie kam es dazu?

Buschhüter: Ich bin völlig unschuldig. Es gibt da ein Online-Tool, über das man Einladungen verschicken kann. Eigentlich sollten die 135 Mitglieder unseres Ortsvereins die Mail bekommen. Aber da war ein Fehler im System. Eine Mail von Lars Klingbeil kam zuvor auch schon fünf, sechs Mal an – und so ging meine Einladung an alle 400.000 SPD-Genossinnen und -Genossen in Deutschland raus.

SPIEGEL: Wie haben Sie von dem Fehler erfahren?

Buschhüter: Noch während die Mail verschickt wurde, klingelte bei mir das Handy und die ersten Freunde und Bekannten waren dran. Am Schluss kam auch eine Fehlermeldung, dass es Probleme mit der Zustellung gebe. Auf dem Anrufbeantworter zu Hause waren am Abend mehr als 60 Anrufe aus der ganzen Republik.

SPIEGEL: Was wollten die Menschen wissen?

Buschhüter: Sie fragten, wo sie in Oldenfelde übernachten und ihren Reisebus abstellen können. Das Ganze ging dann auf Twitter weiter.

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SPIEGEL: Sie selbst haben getwittert, dass Sie planen, die Versammlung ins Volksparkstadion des HSV zu verlegen.

Buschhüter: Wenn alle 400.000 kommen würden, würde auch da der Platz nicht reichen. Dann bleibt nur eine Live-Übertragung (lacht). Ich nehme das mit Humor. Das ist eine lustige Geschichte.

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SPIEGEL: Selbst viele Hamburger kennen den Ortsteil Oldenfelde kaum. Warum lohnt sich ein Besuch?

Buschhüter: Oldenfelde ist ein schöner, ruhiger Wohnort im Stadtteil Rahlstedt. Wir sind stolz auf unsere U-Bahn-Station, die vor zwei Jahren eröffnet wurde. Und Olaf Scholz ist hier ein Jahr lang zur Schule gegangen. Das hat er damals beim Spatenstich für die U-Bahn erzählt.

SPIEGEL: Was erwarten Sie denn, wie die Versammlung am kommenden Dienstag ablaufen wird?

Buschhüter: Bis dahin ist der Hype hoffentlich vorbei. Wir sind normal so 20 bis 25 Leute bei der Distriktsversammlung. Für ein paar neue Gesichter haben wir Platz, für mehr aber nicht. Dann gucken wir uns die Wahlergebnisse an und feiern hoffentlich.

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