Spekulation über Erbkrankheit Prinz von Hannover droht "SZ" mit Klage

Nachdem sich das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" über eine angebliche Erbkrankheit des Prinzen ausließ, will Ernst August von Hannover nun wegen übler Nachrede und Verleumdung gerichtlich gegen das Blatt vorgehen.


Ist über die Spekulationen der "SZ" gar nicht erfreut: Ernst August Prinz von Hannover
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Ist über die Spekulationen der "SZ" gar nicht erfreut: Ernst August Prinz von Hannover

Hannover - Das Magazin der "Süddeutschen" hatte in seiner Freitagausgabe über eine Erbkrankheit des Prinzen spekuliert und sich auf eine, wie es hieß, "Verdachtsdiagnose" von Professor Hans-Joachim Neumann, Klinikdirektor an der Berliner Charité, berufen. Der Mediziner schließe nicht aus, dass die Handgreiflichkeiten des Adligen auf die genbedingte Stoffwechselstörung Porphyrie zurückzuführen sein könnten. Diese Krankheit vermute Neumann auch bei Vorfahren des Ehemannes von Caroline von Monaco. Genannt wurde unter anderen dessen Urururur-Großvater, der britische König Georg III., der 1820 in geistiger Umnachtung gestorben sein soll.

Der Prinz von Hannover wolle sich gegen "diese unglaubliche Verletzung seiner Rechte" mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen, teilte sein Büro am Freitagabend mit. Neben einer Strafanzeige drohte er auch zivilrechtliche Schritte wegen Geschäftsschädigung und der damit verbundenen Ehrverletzung an. Verschiedentlich habe der 46-Jährige Interviews mit der "Süddeutschen" oder dem Magazin abgelehnt. "Diese Ablehnung hat die Süddeutsche Zeitung offensichtlich so verärgert, dass sie sich heute so weit erniedrigt, dass sie versucht, den Prinzen von Hannover als krank zu diffamieren", teilte das Büro des Welfen mit. "Eine Methode, die man sonst nur von totalitären Regimen kennt."



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