Betrifft Titel, USA, Nazikunst


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Heft 33/2019
Wahnsinn Kreuzfahrt - die dunkle Seite des Traumurlaubs

Im vergangenen Jahr waren weltweit 28,5 Millionen Urlauber auf Kreuzfahrt, die Zahl der Deutschen an Bord hat sich seit 2009 verdoppelt - der Markt boomt. Doch der Traumurlaub offenbart inzwischen immer mehr auch seine Schattenseiten: Die schwimmenden Hotels sind ein echter Klimakiller, sie verbrennen pro Stunde fünf Tonnen Treibstoff, zumeist Schweröl.

Hutt

Hutt

Und die Passagiere überrollen mittlerweile selbst abgelegenste Küstendörfer. Redakteur Felix Hutt ist auf der "Mein Schiff 6" von Triest nach Malta gereist, hat mit An gestellten und Gästen gesprochen. Eine Woche in der Außenkabine 3043 auf Deck 3, steuerbord und ohne Balkon, kostete 1881 Euro. Hutt fuhr inkognito mit, weil Kreuzfahrtgesellschaften Journalisten, die das Wachstum dieser Industrie hinterfragen und Missstände recherchieren, "schätzen wie ein gekentertes Schiff", wie er sagt. Selbstkritisch sei hier eingeräumt, dass der SPIEGEL-Verlag, wie andere Medienhäuser auch, Leserreisen auf Kreuzfahrtschiffen anbietet. Beim SPIEGEL agieren Verlag und Redaktion unabhängig voneinander. Wir werden die Titelgeschichte trotzdem zum Anlass nehmen, diese Kooperationen neu zu überdenken.

Am vergangenen Samstag erschoss der Amerikaner Patrick Wood Crusius in El Paso 22 Menschen. Er wollte nicht nur morden, sondern ein politisches Statement setzen gegen eine "Vermischung von Rassen". Der Schütze ist auch ein Kind der Ära Trump: Der US-Präsident hat mit seiner Mobilmachung gegen Migranten ein Klima des Zorns geschaffen.

Claus mit Trauerndem in El Paso

Claus mit Trauerndem in El Paso

Redakteurin Anna Clauß sprach in El Paso mit Angehörigen von Opfern, und Mitarbeiter Juan Moreno war in der Nähe von Dallas unterwegs, wo Crusius wohnte. Ein Anwohner sagte ihm, die Häuser in der Gegend kosteten bis zu eine Million Dollar, niemand, der hier lebe, müsse Sorge haben, dass ihm ein Latino den Job wegnehme.

Seit fast zwei Jahrzehnten beschäftigt sich die Redakteurin Ulrike Knöfel mit dem heiklen Erbe von regimekonformen Skulpturen, Bildern und Zeichnungen, die während der Naziherrschaft entstanden sind. Nun sah sie sich in zwei Hallen in Berlin-Spandau um, in denen sich Hunderte Gemälde aus der NS-Zeit befinden: abgestellt, um vergessen zu werden. "Offenbar glauben viele Experten und Politiker, von den Bildern gehe eine besondere Gefahr aus", sagt Knöfel, eine echte Aufarbeitung habe daher nie stattgefunden. 586 weitere Werke deutscher Nazikunst lagern in den USA, auf einer Militärbasis. Auf die Bitte Knöfels, die Basis besichtigen zu dürfen, kam die Rückfrage der U.S. Army, ob sie vorhabe, Aufnahmen der Sammlung zu machen - als sie bejahte, wollten die Amerikaner von dem Besuch nichts mehr wissen.

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