Spionagevorwurf Somalische Extremisten richten zwei Mädchen hin

Islamische Extremisten haben in Somalia zwei junge Frauen von einem Erschießungskommando hinrichten lassen. Hunderte Dorfbewohner mussten zusehen - zur Abschreckung. Die Getöteten sollen für die Regierung spioniert haben.

AP

Mogadischu - Die Mädchen im Alter von 15 und 18 Jahren wurden am Mittwoch in der somalischen Stadt Belet Huen nahe der Grenze zu Äthiopien erschossen. Das Erschießungskommando handelte auf Anweisung der extremistischen Schabab-Miliz, die den beiden Mädchen vorwarf, für Regierungssoldaten spioniert zu haben. Hunderten Bewohnern der Ortschaft sei befohlen worden, die Hinrichtung anzusehen, erklärten Augenzeugen am Donnerstag.

Ein Anwohner berichte, Milizionäre der Organisationen seien mit Lautsprechern durch die Straßen gegangen und hätten die Menschen angewiesen, zur Hinrichtung zu kommen. Vor Hunderten Zuschauern hätten dann zehn vermummte Männer das Feuer auf die Mädchen eröffnet, denen die Augen verbunden waren.

Der regionale Kommandeur der Schabab-Miliz verkündete Augenzeugen zufolge vor der Menschenmenge, die beiden Mädchen seien vergangene Woche aufgegriffen worden und hätten ihre Taten nach "langen Ermittlungen" gestanden. Dutzende weitere Menschen würden in Belet Huen wegen Spionage festgehalten, sie werde das gleiche Schicksal ereilen wie die Mädchen.

Ein Augenzeuge erklärte hingegen, eine der jungen Frauen habe kurz vor der Hinrichtung ihre Unschuld beteuert. Ein Richter der Extremistengruppe hatte sie am Mittwoch zum Tode verurteilt.

Seit fast zwei Jahrzehnten herrscht in Somalia Bürgerkrieg, die derzeitige Übergangsregierung des ostafrikanischen Landes hält sich nur mit Mühe und Unterstützung von Soldaten der Afrikanischen Union an der Macht. Weite Teile des Landes werden inzwischen von der Schabab-Miliz kontrolliert, die Beziehungen zum Terrornetzwerk Al-Qaida unterhält.

Bereits in der Vergangenheit hatten die Extremisten drakonische Strafen wie Auspeitschungen, Amputationen und Hinrichtungen eingesetzt, um ihre Interpretation des Islams durchzusetzen.

Belet Huen war in den vergangenen Wochen Schauplatz heftiger Gefechte zwischen der Schabab-Miliz und regierungstreuen Truppen.

siu/AFP/dapd



insgesamt 43 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sabi 28.10.2010
1. Was sagt
Zitat von sysopIslamische Extremisten haben in Somalia zwei junge Frauen von einem Erschießungskommando hinrichten lassen. Hunderte Dorfbewohner mussten zusehen - zur Abschreckung. Die Getöteten sollen für die Regierung spioniert haben. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,725941,00.html
Was sagt die omnipräsente Grüni-Tante Klau-di-au Rotz dazu ?
sukowsky, 28.10.2010
2. Diese Tötung fällt auf die Terroristen zurück
Diese Tötung fällt auf die Terroristen zurück und werden irgendwamm dafür mit ihrem Leben bezahlen.
mm01 28.10.2010
3. ....
Zitat von SabiWas sagt die omnipräsente Grüni-Tante Klau-di-au Rotz dazu ?
Dafür hat Claudi jetzt keine Zeit. Die muss sich schließlich um NS-Ministerien kümmern. Aber, auch wenn sie Zeit hätte, würde sie das nicht interessieren und auch "kein Stück weit" traurig sein.
butter_milch 28.10.2010
4. ...
Idioten und Waffen sind eine tötliche Mischung. Aber wie schon angemerkt wurde: Sie werden es mit dem Leben bezahlen und so soll es auch sein.
Parzival v. d. Dräuen 28.10.2010
5. .
Zitat von sysopIslamische Extremisten haben in Somalia zwei junge Frauen von einem Erschießungskommando hinrichten lassen. Hunderte Dorfbewohner mussten zusehen - zur Abschreckung. Die Getöteten sollen für die Regierung spioniert haben. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,725941,00.html
In Somalia werden unzählige Menschen ermordet. Tag für Tag. Wenn man schon ungenau über die Ursachen unterrichtet wird, braucht es da zwei Mädchen als ganz besondere Aufhänger des Mitleids? Was wäre, sie hätten zwei junge, harmlose Männer erschossen? Genau, keine Meldung wert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.