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13. April 2008, 12:42 Uhr

Spontan-Demo in Köln

Polizei rätselt über "Begehr"

Effektiv war die Demonstration, bei der 1000 Teilnehmer den Verkehr in der Kölner Innenstadt lahmlegten, auf jeden Fall. Bleibt nur die Frage: Wofür oder wogegen gingen die Protestler eigentlich auf die Straße? Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Köln - Mit einer im Internet verabredeten Spontan-Demo haben in der Nacht zum Sonntag rund 1000 Teilnehmer den Verkehr in der Kölner Innenstadt teilweise lahmgelegt. Zunächst hätten sich etwa 70 Männer und Frauen auf einem zentralen Platz versammelt, ihre Zahl sei dann aber rasch angewachsen, sagte ein Polizeisprecher.

Kurze Zeit später seien die größtenteils jungen Leute losgezogen und hätten alle Fahrspuren des innerstädtischen Rings blockiert. Die Polizei musste daraufhin im Laufe des Abends die Hauptverkehrsstraße sperren und den Autoverkehr umleiten.

"Auf der Straße begannen die Teilnehmer zu musizieren und zu tanzen", hieß es im Polizeibericht. Etliche der Demonstranten seien in ihren Kostümen als Sympathisanten einer "Clowns Armee" zu erkennen gewesen und wären damit wohl der "linken" Szene zuzurechnen.

"Aber deren Begehr ist uns nicht klar", sagte ein verdutzter Sprecher der Polizei: "Sie haben sogar Tische und Stühle mitgebracht und auf die Fahrbahn gestellt." Ein Plakat habe den Slogan "Die Verhältnisse zum Tanzen bringen - Freiräume erkämpfen und verteidigen" gezeigt. Erst nach Mitternacht habe sich die Demo aufgelöst.

Das mysteriöse Treiben sei strafrechtlich eine "unangemeldete Demonstration", schilderte der Kölner Polizeisprecher. Gegen eine bisher nicht näher bekannte Zahl von Teilnehmern wurde deswegen ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs und Straftaten nach dem Versammlungsgesetz eingeleitet.

pad/dpa

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