Berlin Rias-Sendemast erfolgreich gesprengt

Der geschichtsträchtige, aber veraltete Rias-Sendemast in Berlin ist innerhalb von Sekunden dem Erdboden gleichgemacht worden. Das 160 Meter hohe Bauwerk fiel nach der Sprengung in sich zusammen.

Sprengung des ehemaligen Rias-Sendemastes in Berlin
DPA

Sprengung des ehemaligen Rias-Sendemastes in Berlin


Er war 55 Tonnen schwer und stattliche 160 Meter hoch: Um 14 Uhr am Samstag wurde der ehemalige Rias-Sendemast in Berlin-Britz gesprengt.

In mehreren Teilen - und damit genau wie geplant - krachte die Stahlgitterkonstruktion auf den Boden. Dafür waren zuvor drei Halterungen von Stahlseilverankerungen per Explosion gelöst worden. Zudem wurde die Konstruktion an zwei Stellen auseinandergesprengt, sodass sie in sich zusammenfiel. Das Ganze dauerte nur wenige Sekunden.

Zahlreiche Schaulustige und Fans des Senders waren gekommen, um sich gebührend von dem historischen Bauwerk zu verabschieden. Immer wieder hätten in der Vergangenheit Blitze in den Turm eingeschlagen - "ein Spektakel", wie sich Besucher im Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" erinnerten.

Journalisten fotografieren den gefällten Mast
DPA

Journalisten fotografieren den gefällten Mast

Die 1961 errichtete Anlage war seit knapp zwei Jahren nicht mehr in Betrieb. Zuletzt diente sie der Verbreitung von Deutschlandradio Kultur per Mittelwelle.

Von Britz aus ging 1946 der "Rundfunk im Amerikanischen Sektor" auf Sendung. Später entstand dort Europas damals leistungsstärkster Mittelwellensender, mit dem jahrelang auch die Störsender aus Ost-Berlin überwunden werden mussten. Die Übertragung per Mittelwelle wird inzwischen durch günstigeres Digitalradio ersetzt.

Das Bauwerk gehörte zu den höchsten in Berlin und war ein Orientierungspunkt im Süden der Stadt.

ala/dpa

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