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STADTLEBEN Springende Flaneure

aus DER SPIEGEL 39/2001

Eine über 80 Jahre alte Erfindung beerbt in diesem Herbst Mikroscooters und Kickboards. Zumindest glaubt das Seth Bishop, Geschäftsführer der Vertriebsfirma »City Bug UK«, der den Hüpfstab, ein Trendsetter-Accessoire der zwanziger Jahre, als »Airgo« neu auf den britischen Fitness-Markt bringt. »Der Airgo ist wesentlich leichter zu handhaben als die alte Version«, sagt Bishop, »und trotzdem trainiert er die Waden.« Anders als bei der Zwanziger-Jahre-Version sorgt beim neuen Modell keine knarrende Feder, sondern ein Druckluft-Kolben für das ständige Auf und Ab. Der Druck lässt sich bis zu einem Körpergewicht von 100 Kilogramm regulieren. Über 10 000 der Geräte, mit denen in den siebziger Jahren auch Professor Hastig durch die »Sesamstraße« hopste, wurden bereits von britischen Geschäften bestellt. Der ursprüngliche Erfinder des Sprungstabs, der das Gerät 1919 patentieren ließ, hatte einen eher praxisorientierten Nutzen im Auge: Auf einer Reise durch Birma hatte er einen Bauern kennen gelernt, dessen Tochter auf einem von ihm entworfenen Sprungstab durch den Matsch hüpfte. Sie sollte sich nicht mehr länger ihre Schuhe dreckig machen.

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