Spuk im Tierheim Hund befreit Zwingernachbarn für Zwischenmahlzeit

Die Betreiber eines Londoner Hundeheims staunten nicht schlecht: Jede Nacht entfleuchten bis zu zehn Tiere ihren Käfigen, fraßen die Küchenvorräte auf und gingen dann eigenständig Gassi. Nachforschungen ergaben, dass ihnen ein Kumpel zu dem unverhofften Freigang verhalf: Jagdhund "Red".


London - Morgen für Morgen standen die Betreiber des "Battersea Dogs Home" fassungslos vor geöffneten Zwingertüren, einem kompletten Chaos in den Vorratskammern und einer Meute satter, zufrieden schmatzender Vierbeiner. Erst die Bilder einer Überwachungskamera führten auf die Spur des Veranstalters dieser heimlichen Fressorgien. Lurcher "Red", ein etwa 70 Zentimeter hoher Vertreter der in Großbritannien heimischen Jagdhundrasse, hatte seine Mitbewohner befreit. Sein Trick: Er zwängte seine Schnauze durch die Gitter und drückte mit den Zähnen auf den Knopf, der die Riegelautomatik löste.

Was dann folgte, war eine Party der besonderen Art: Die entfesselten Heiminsassen schnappten sich, was die Küche hergab und vertrieben sich die Zeit mit dem - sonst verschlossenen - Hundespielzeug. "Ich bin erstaunt, denn Lurcher sind eigentlich nicht berühmt für ihre Intelligenz", sagte Heim-Managerin Becky Blakemore der britischen Tageszeitung "Independent".

Der Lurcher ist ein auf den britischen Inseln gezüchteter Jagdhund, dessen Rasse einst durch Kreuzen von Greyhounds mit Collies oder Terriern entstand. Seinen Namen soll der Hetz- und Begleithund ursprünglich von dem Zigeunerwort "Lur" (Dieb) erhalten haben.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.