Mit Fähnchen gegen Hundekot "Wie der Haufen, so das Herrchen"

Goslar hat ein Problem: Mehr als 3000 Hunde leben in der Stadt. Und einige haben sehr unzivilisierte Halter, die es versäumen, den Dreck der Vierbeiner zu entsorgen. Kacka-Fähnchen sollen nun Abhilfe schaffen.

Stadt Goslar

Auf den Fähnchen steht "Auf frischer Tat ertappt" oder "Wie der Haufen, so das Herrchen". Jeder besorgte Bürger oder angeekelte Tourist kann sich die Flaggen im Bürgerbüro der Harz-Stadt Goslar besorgen und dann nach Belieben in jeden Hundehaufen piksen, der ihm über den Weg kommt.

Als Eyecatcher, wohl. Aber vor allem als öffentliche Ermahnung an hemmungslose Hundehalter, die es trotz besseren Wissens immer noch versäumen, den Dreck ihrer Köter wegzuräumen. Obwohl doch jeder weiß: Das Liegenlassen hündischer Hinterlassenschaften ist ein Verstoß gegen das Abfallbeseitigungsgesetz und kann in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einem Bußgeld geahndet werden. Üblicherweise muss der Hundehalter 50 Euro berappen, wenn er erwischt wird.

Die Aktion heißt "Der Haufen muss mit". Goslar ruft seine Mitbürger, aber auch "alle Besucher, alle Hundebesitzer und Hundelosen" auf, sich zu beteiligen - "je mehr, desto besser". Ist die Fahne mit dem flotten Spruch erst gesetzt, soll der Aktivist ein Foto seines Haufens machen und es auf der Facebook-Seite der Gruppe ("Kack, Sack, Pack, Zack") posten. Als Anreiz hat die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt, auf den Gewinner wartet "ein kleiner Preis".

In Goslar sind etwa 3100 Hunde gemeldet. Die Stadt musste laut eigenen Angaben allein im vergangenen Jahr etwa eine Tonne Hundekot von den Straßen beseitigen und entsorgen. Zuviel, befand die Verwaltung und setzt nun auf die neue Awareness-Kampagne. Mit der Aktion sollen Hundebesitzer zum Beseitigen der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner bewegt werden, sagte Verwaltungssprecherin Vanessa Nöhr. Über soziale Kontrolle, Prinzip verstanden.

Das Thema ist ein echter Aufreger in der Region. Die "Goslarsche Zeitung" hatte unter dem Titel "Fahnen gegen des Pudels miefigen Kern" über die neue Maßnahme berichtet. Auf dem Webportal Regionalgoslar.de hieß es etwas missverständlich: "Bei Hundekot lieber zur Tüte als in die Tasche greifen."

ala

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