Starkregen und Stromausfälle Australien wappnet sich für Zyklon "Ita"

Die Behörden rechnen mit einem der schwersten Unwetter der vergangenen Jahrzehnte: Wirbelsturm "Ita" bewegt sich auf die Nordostküste Australiens zu. Extreme Regenfälle und Windgeschwindigkeiten von bis zu 275 Kilometern in der Stunde werden erwartet.

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Sydney - Im australischen Cooktown sind Hunderte Menschen in Notunterkünften untergebracht. Sie warten auf Zyklon "Ita", der am Freitag mit ersten Ausläufern die Nordostküste des Landes erreichte. In dem Ort rund 2700 Kilometer nördlich von Sydney fiel nach Angaben der Lokalpresse der Strom aus. Wegen des Starkregens verließen viele Menschen die Küstenregion am Great Barrier Reef.

Die Gegend hatte sich auf das schwerste Unwetter seit 65 Jahren eingerichtet, aber der Zyklon verlor etwas an Kraft, bevor er die Küste erreichte. Dennoch warnte Jack Dempsey, Queenslands Minister für Noteinsätze, vor einem extremen Ereignis, das Menschenleben fordern könne. "Touristen und Reisende sollten alle Warnungen besonders ernst nehmen", sagte Feuerwehrchef Wayne Coutts. "Sie müssen vorausplanen und mit Einheimischen reden, damit sie die Wettervorhersagen kennen."

Als der Sturm in der vergangenen Woche über die Solomonen hinwegzog, kamen mindestens 23 Personen ums Leben. Auf seinem weiteren Weg verlangsamte er sich. Ein Meteorologe des australischen Nationalen Wetterdienstes warnte vor Springfluten mit zwei Meter hohen Wellen und überspülten Küstengebieten. Der bisherige Weg des Sturms mache es schwierig vorherzusagen, wo genau "Ita" gegen Mitternacht (Ortszeit) auf Land treffen werde.

Größter Sturm seit "Yasi" 2011

"Ita" wurde von der gefährlichsten Kategorie fünf auf Kategorie vier herabgestuft. Auch in dieser sind noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 275 Kilometern in der Stunde möglich.

Queensland erlebte zuletzt 2011 einen schweren Zyklon. Damals brachte "Yasi" verheerende Überschwemmungen, zerstörte Teile des Great Barrier Reef und sorgte für große Schäden in der Bananen- und Zuckerrohrindustrie. Die Schäden für Gebäudebesitzer und die Tourismusbranche beliefen sich auf rund drei Milliarden Dollar.

Zuckerrohrfarmer bereiten sich nun erneut darauf vor, dass mindestens sieben Millionen Tonnen beschädigt sein könnten. Dagegen könnte "Ita" Rinderfarmern sogar helfen: Die würden sich über den Regen freuen. Dürre hat die Betriebe gezwungen, eine Rekordzahl von Tieren zu schlachten, weil es nicht mehr genug Weideland gab.

Auf der Insel Lizard Island auf dem Korallenriff Great Barrier Reef räumten Wissenschaftler erstmals seit 24 Jahren eine Forschungseinrichtung des Australischen Museums. Die Forscher fürchteten um ihre Boote und andere sensible Geräte.

ulz/dpa/Reuters



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