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Suizidhilfe Sterbehilfe-Verein will auch nach neuem Gesetz in Deutschland aktiv bleiben

aus DER SPIEGEL 28/2022

Auch nach dem erwarteten Inkrafttreten eines strengen Gesetzes zum sogenannten assistierten Suizid will der »Verein Sterbehilfe« in Deutschland aktiv bleiben. »Wir werden ein neues Modell in Angriff nehmen, das juristisch hieb- und stichfest ist, und damit weiterhin Sterbehilfe leisten«, erklärt der Vereinsvorsitzende und frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch. Kusch, der ehemals der CDU angehörte, geht davon aus, dass der von einer fraktionsübergreifenden Gruppe um den SPD-Abgeordneten Lars Castellucci in den Bundestag eingebrachte Entwurf noch in diesem Jahr Gesetz wird. Danach würde die geschäfts­mäßige, also auf Wiederholung angelegte Beihilfe zum frei verantworteten Suizid prinzipiell erneut unter Strafe gestellt und nur nach Abschluss eines mehrstufigen Verfahrens erlaubt. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2020 das davor bestehende generelle Verbot gekippt. Seither ist die Zahl der Mitglieder des Vereins ra­pide angestiegen. Davor waren es rund 430, Ende 2021 dann gut 1200; in der ersten Jahreshälfte 2022 bereits mehr als 1920. Die Zahl der vorgenommenen Suizidhilfen liegt mit 59 bis Ende Juni knapp über Vorjahresniveau. Kusch rechnet allerdings damit, dass ihre Zahl in Erwartung der strengen Regulierung »in den nächsten Monaten nochmals stark an­steigen wird«.

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