Steuerfahndung Boris Becker muss offenbar weiter zittern

Dem vorbestrafte Tennisstar Boris Becker droht offenbar ein weiterer Steuerprozess. Diesmal soll es um rund drei Millionen Euro gehen.

München - Das jetzt vergangene Woche gefällte Bewährungsurteil gegen Becker wird die Staatsanwaltschaft München I nicht anfechten. Man werde beim Bundesgerichtshof nicht in die Revision gehen, teilte ein Sprecher der Behörde am Montag ohne Angabe von Gründen mit.

Nach Informationen von "Focus" bleibt die Münchner Steuerfahndung Becker auch nach dessen Verurteilung auf den Fersen. Nach Angaben des Blattes fordert der Staat von Becker knapp drei Millionen Euro an Steuern für die Jahre 1985 bis 1991 wegen angeblicher Scheinverträge zwischen den Firmen seines damaligen Managers Ion Tiriac und Boris Becker.

Beckers Anwälte haben dem Bericht zufolge Einspruch gegen entsprechende Steuerbescheide eingelegt. Die Steuerfahndung habe bestätigt: "Wir sehen uns weiteren Streitigkeiten gegenüber". Ein komplizierter Finanzprozess stehe bevor. Strafrechtlich sei das Thema für den Wimbledon-Sieger erledigt, steuerrechtlich aber nicht, so der Bericht.

Wegen Steuerhinterziehung von rund 1,7 Millionen Euro hatte das Landgericht München I Becker am vergangenen Donnerstag zu zwei Jahren Haft verurteilt und die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die Strafkammer legte dem 34-Jährigen außerdem eine Geldstrafe von 300 000 Euro auf. Zusätzlich muss er eine Geldbuße von 200 000 Euro als Bewährungsauflage zahlen. Der damit vorbestrafte dreimalige Wimbledonsieger hatte das Urteil noch im Gerichtssaal angenommen.

Becker habe unterdessen beim Landgericht München Zahlungsklage gegen T-Online eingereicht. Eine entsprechende Teilklage laute über eine Million Euro. Insgesamt versuche sich Becker 5,8 Millionen Euro bei der Telekom-Tochter zu holen, die ihn in den Jahren 1999 und 2000 ohne Erlaubnis als Werbefigur für Zeitungs-Anzeigen und Fernsehspots eingesetzt habe. Dass ihm dafür Geld zustehe, habe die Justiz bereits bestätigt, strittig ist laut "Focus" die Höhe der Summe.

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