Steve Fossett Der Wind zerstört den Ballon und die Hoffnung

Den Traum von der Weltumsegelung mit dem Heißluftballon muss Steve Fossett nun vorerst aufgeben. Eine Windböe hat den fünften Anlauf des amerikanischen Abenteurers noch vor dem Start zunichte gemacht.


(Wie) weggeblasen: Steve Fossetts Ballon und sein Abenteurertraum
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(Wie) weggeblasen: Steve Fossetts Ballon und sein Abenteurertraum

Kalgoorlie/Australien - Der "Solo Spirit" wurde am Sonntag beim Aufpumpen von einer Windböe erfasst und so schwer beschädigt, dass er nicht vor Ort repariert werden kann, wie Fossett mitteilte. Der 57-jährige Millionär hatte gehofft, um Mitternacht aus Kalgoorlie in Australien starten zu können.

Die Panne ereignete sich, als der Ballon bereits zur Hälfte mit einem Gemisch aus heißer Luft und Helium gefüllt war. Der Ballon wurde von der Windböe erfasst und zerriss, die Fahrerkapsel und die umstehenden Gasbehälter stürzten um. Verletzt wurde niemand. Fossett befand sich nicht an Bord. Der Schaden am Ballon sei so schwer, dass er zur Reparatur an den Hersteller in Großbritannien zurückgeschickt werden müsse, sagte er später. Ein neuer Versuch noch in diesem Jahr sei ausgeschlossen. Er sei sehr enttäuscht. Hunderte Schaulustige am Rande des kleinen Flughafens von Kalgoorlie waren Zeugen des Unglücks. Das Füllen des Ballons hätte etwa sechs Stunden gedauert und praktisch Windstille erfordert.

Der amerikanische Abenteurer hatte am Sonntag in Australien die letzten Vorbereitungen für einen neuen Versuch zur Erdumrundung im Ballon getroffen. Das hat bislang noch kein Mensch im Alleingang geschafft. Wenige Stunden vor dem geplanten Abflug hatte er sich noch zuversichtlich gezeigt. Nie zuvor sei eine seiner Ballonfahrten so gut vorbereitet gewesen, sagte er.

Die Fahrt des "Solo Spirit" hätte 15 Tage dauern sollen und der Ballon hätte dabei Höhen von mehr als 9.100 Metern erreichen können. Die geplante Flugroute führte von Australien aus nach Osten über die Südhalbkugel, fast 90 Prozent der Strecke über dem Meer.

Bereits vier Mal hat der Amerikaner vergeblich versucht, die Erde in einem Ballon zu umrunden, zuletzt 1998. Vor zwei Jahren schafften dies erstmals der Schweizer Bertrand Piccard und der Brite Brian Jones.



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