Straßburg Französische Regierung verurteilt mutmaßlich sexistischen Angriff auf Studentin

Eine 22-Jährige aus Straßburg ist offenbar wegen ihrer Kleiderwahl von drei Männern beschimpft und geschlagen worden. Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Politik.
Straßburger Innenstadt (Archivbild)

Straßburger Innenstadt (Archivbild)

Foto: Martin Fejer / imago images / EST&OST

In Frankreich ist eine Studentin nach eigenen Angaben beleidigt und geschlagen worden, weil sie einen Rock trug. Wie französische Medien übereinstimmend berichteten, ereignete sich der Vorfall bereits am vergangenen Freitag tagsüber nahe der Straßburger Innenstadt.

Die Männer hätten sie eine "Schlampe in einem Rock" genannt, sagte die Frau dem regionalen Radiosender France Bleu Alsace. Anschließend hätten sie zwei der Männer festgehalten, der dritte habe ihr ins Gesicht geschlagen, bevor die Angreifer flohen, so die Studentin. Rund 15 Menschen hätten den Angriff beobachtet, aber nichts unternommen, sagte die 22-Jährige.

Die Frau erstattete Anzeige gegen Unbekannt, nun ermittelt die Polizei. Die Studentin schilderte indes in einem Video des Senders France Bleu  den Vorfall und zeigte ihr blaues Auge und geschwollenes Gesicht.

Derweil kommentierte auch die französische Regierung den Vorfall. Regierungssprecher Gabriel Attal verurteilte die mutmaßliche Tat als "sehr schwerwiegend". "In Frankreich muss man so auf die Straße gehen können, wie es einem gefällt", sagte Attal. Es sei völlig inakzeptabel, wenn sich "eine Frau in Gefahr fühlt, beleidigt, bedroht oder geschlagen wird wegen ihrer Kleidung".

Innenministerium will Dialog mit Opfern sexueller Gewalt verbessern

Die beigeordnete Ministerin im Innenministerium und Ex-Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa, reiste am Mittwoch nach Straßburg. Dort will sie mit Vertretern der Polizei und Präfektur über einen besseren Schutz für Frauen sprechen. Einem Medienbericht zufolge kündigte Schiappa an, bis 2021 einen Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin in der Straßburger Polizeistation einzustellen, um den Dialog zwischen Opfern geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt und der Polizei zu verbessern.

fek/dpa/AFP