Strauss-Kahn in Wien "Möchtest du mit einem Fräulein kommen?"

Dominique Strauss-Kahn soll auch in Wien Kontakt zu Prostituierten eines französischen Zuhälterrings gehabt haben - das berichtet ein österreichisches Nachrichtenmagazin. Als Beleg dienen angebliche SMS des 61-Jährigen an einen französischen Geschäftsmann.

Strauss-Kahn im September in Paris: Immer neue Probleme
AFP

Strauss-Kahn im September in Paris: Immer neue Probleme


Wien/Paris - Kaum eine Woche vergeht ohne neue pikante Enthüllungen zu Dominique Strauss-Kahn: Wie das österreichische Nachrichtenmagazin "Profil" nun berichtet, hatte "DSK" offenbar auch in Wien Kontakt zu Prostituierten eines illegalen französischen Zuhälterrings. 2009 soll Strauss-Kahn am Abend vor einem Treffen mit dem damaligen österreichischen Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) mit einer Prostituierten zusammen gewesen sei. Diese habe für einen Geschäftsmann gearbeitet, gegen den die französische Polizei wegen Zuhälterei ermittelt, berichtet "Profil".

Als Beleg führt das Magazin mehrere SMS an, die Strauss-Kahn an den Geschäftsmann geschickt habe. In einer soll es heißen: "Ich nehme eine Kleine mit in die Clubs von Wien am Donnerstag, 14. Mai. Möchtest du mit einem Fräulein kommen?" Laut französischem Recht ist es zwar nicht verboten, die Dienste einer Prostituierten in Anspruch zu nehmen, jedoch ist es rechtswidrig, diese zu vermitteln.

Ein Skandal um Zuhälterei in Luxushotels erschüttert seit mehreren Wochen das politische Milieu in Frankreich. Die Ermittler vermuten, dass in mehreren Luxus-Hotels in Lille und auch Paris jahrelang Call-Girls an prominente Gäste vermittelt wurden - darunter Strauss-Kahn. Der 61-Jährige bestreitet dies und fordert seine rasche Vernehmung.

Die Justiz hat unterdessen einen der Hauptverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Direktor des Carlton-Hotels im nordfranzösischen Lille, Francis Henrion, wurde unter Auflagen wieder freigelassen, wie sein Anwalt am Mittwochabend mitteilte. Zuvor war der Hotel-Direktor wegen des Vorwurfs der bandenmäßigen Zuhälterei mehrere Stunden lang vernommen worden.

Die Ermittler untersuchen derzeit auch ein Handy, das zeitweise von Strauss-Kahn genutzt wurde. Ein in der Affäre verdächtiger Geschäftsmann soll das Telefon laut dem Magazin "Le Point" bei einer der Sex-Partys vergessen haben. Strauss-Kahn habe es an sich genommen und es danach mehrere Monate lang genutzt, um mit dem Verdächtigen SMS auszutauschen.

Er habe das Handy dem Geschäftsmann erst am 13. Mai zurückgegeben, nach einem weiteren Treffen mit Prostituierten in den USA, heißt es in dem Bericht. Einen Tag später wurde Strauss-Kahn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in New York festgenommen. Das Verfahren wurde jedoch wegen mangelnder Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin, eines Zimmermädchens des New Yorker Hotels Sofitel, eingestellt.

hut/dapd/AFp



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