Streitfall Ist das Sperma eines Gefangenen kriminell?

Die Samen eines inhaftierten Mafioso beschäftigen derzeit US-Richter. Das Sperma des Kriminellen gelangte über einen bestochenen Wachmann in Freiheit, wo es von der Ehefrau des Gefangenen schon sehnlichst erwartet wurde. Doch der Schmuggel flog auf. Nun will die Staatsanwaltschaft die Spermien vernichten lassen.


Harrisburg - Die Flüssigkeit, so argumentiert die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Pennsylvania vor Gericht, sei eine "Frucht eines Verbrechens" und "Schmuggelware". Maria Parlavecchios, die Frau des inhaftierten Mafia-Mitglieds, will sich die Spermien ihres Mannes, die sich derzeit in Gewahrsam ihres Gynäkologen befinden, jedoch auf keinen Fall nehmen lassen und argumentiert, es handele sich dabei ja nicht um eine Substanz, die das Gesetz verbietet, auch wenn sie auf illegalem Weg aus dem Gefängnis gekommen sei.

Parlavecchios Anwalt bat das Gericht, der 38-jährigen Frau zu ermöglichen, Mutter zu werden. Wenn die Staatsanwaltschaft allerdings vor Gericht siegt, werden die Samen vermutlich vernichtet.

Dass Antonio Parlavecchio das Wunschkind auf normalem Weg zeugen kann, ist derzeit ausgeschlossen. Er wurde 1992 wegen Erpressung und anderer Delikte zu 14 Jahre Haft verurteilt.



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