Studie Kinder machen Männer zu Softies

Wenn ein Macho wie der Fußballer David Beckham plötzlich weich wird, ist der Nachwuchs schuld. Junge Väter werden durch "dramatische Hormonveränderungen" zu Softies, ergab eine wissenschaftliche Untersuchung.


David Beckham: Sohn sorgt für mütterliche Hormone
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David Beckham: Sohn sorgt für mütterliche Hormone

London - Das berichtete die britische Zeitung "The Observer" unter Berufung auf eine kanadische Studie in dem Fachmagazin "Mayo Clinic Proceedings". Beispiele für weich gewordene Machos seien der Fußballspieler David Beckham und Madonnas Ehemann Guy Ritchie, die ihren Nachwuchs in Tragetüchern sanft in den Schlaf schaukelten.

Biologen der Queen's University in Kingston (Ontario) untersuchten für die Studie den Speichel von Männern vor und nach der Geburt ihres Kindes. Den Angaben zufolge zeigte sich, dass bei den jungen Vätern das männliche Geschlechtshormon Testosteron zurückgegangen war, während die Konzentration von Östradiol zugenommen hatte. Dieses Hormon komme vor allem bei Frauen vor und werde "mit mütterlichem Verhalten verbunden".

Bei Männern habe Östradiol einen ähnlichen Effekt, sagte Malcolm Carruthers, der sich in einer Londoner Klinik mit den "Wechseljahren der Männer" beschäftigt. Das Hormon sorge dafür, dass die jungen Väter ruhiger würden und ihr Sexualtrieb nachlasse.

"Diese Ergebnisse sind interessant, weil man allgemein annimmt, dass junge Väter, die nach der Geburt unter allen möglichen Beschwerden leiden, deprimiert sind, weil die Aufmerksamkeit ihrer Partnerin nun nicht mehr vorzugsweise auf sie gerichtet ist", sagte Carruthers. "Aber es könnte einfach sein, dass der Testosteron-Anstieg, der von der Natur erfunden wurde, damit der Mann morgens auf die Beine kommt, die Höhle verlässt und auf die Jagd geht, nicht mehr da ist."



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