»Wir haben total Land unter wegen des Sturms« Deutsche Bahn stellt Fernverkehr in Norddeutschland ein

Der Sturm in Norddeutschland entwickelt immer mehr Wucht. In mehreren Bundesländern fahren keine Fernzüge mehr, in Schleswig-Holstein musste die Feuerwehr innerhalb weniger Stunden zu Dutzenden Einsätzen ausrücken.
Feuerwehreinsatz in Reinbek in Schleswig-Holstein infolge des Sturms

Feuerwehreinsatz in Reinbek in Schleswig-Holstein infolge des Sturms

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Aufgrund des Sturms in Norddeutschland hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Betroffen seien Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen, teilt der Konzern auf Twitter mit. Schon am Samstagnachmittag war es durch umfallende Bäume zu ersten Behinderungen im Zugverkehr gekommen.

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Noch ist unklar, wie lange die Beeinträchtigungen dauern werden. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge soll der Sturm jedoch im Laufe der Nacht seinen Höhepunkt erreichen und am Sonntag wieder abflauen. In der Nacht könnten Böen mit Geschwindigkeiten von 110 Kilometer pro Stunde auftreten, heißt es. Vereinzelt seien in Schleswig-Holstein und an exponierten Abschnitten der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern auch Orkanböen der Windstärke zwölf mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen.

Feuerwehr in Schleswig-Holstein: 200 Einsätze in vier Stunden

Polizei und Feuerwehr wurden in Schleswig-Holstein schon am Samstagnachmittag zu zahlreichen sturmbedingten Einsätzen gerufen. Seit dem Mittag habe es innerhalb von vier Stunden rund 200 Einsätze im Bereich der Regionalleitstelle Mitte gegeben, wie ein Sprecher mitteilte. Die Regionalstelle ist unter anderem für Kiel, Neumünster und Rendsburg zuständig. »Wir haben total Land unter wegen des Sturms.« Die Einsatzkräfte wurden beispielsweise wegen herabfallender Dachziegel, umgestürzter Bäume oder verwehter Planen gerufen.

Für die niedersächsische Nordseeküste gilt eine Unwetterwarnung. Auch das Abendhochwasser der Nordsee soll an der Küste als Sturmflut 1,5 Meter höher als normal ausfallen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte im Hamburger Elbgebiet ebenfalls vor einer schweren Sturmflut. Die Wasserstände könnten bis zu 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr erreicht werden.

Auch für Nordfriesland und an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern bestehen Sturmflutwarnungen. Auf der Ostsee fallen mehrere Fähren zwischen Rostock und Gedser auf der dänischen Insel Falster aus. Wie die Reederei Scandlines mitteilte, sind Verbindungen ab Samstag um 15.45 Uhr bis Sonntag um 9.00 Uhr betroffen. Der reguläre Fahrplan solle am Sonntag mit den Fahrten jeweils ab Rostock und Gedser um 11.15 Uhr wieder aufgenommen werden. Laut Scandlines können Kunden die Fähren von Puttgarden nach Rødby auf der dänischen Insel Lolland nutzen.

Großbritannien: Zwei Todesfälle durch Sturm »Malik«

In Großbritannien sind mindestens zwei Menschen durch Sturm »Malik« ums Leben gekommen. Ein neunjähriger Junge wurde am Samstag im mittelenglischen Dorf Winnothdale getötet, als ein Baum auf ihn stürzte. Ein Mann, der mit ihm unterwegs war, wurde schwer verletzt. In der ostschottischen Küstenstadt Aberdeen wurde eine 60-jährige Frau von einem herabstürzenden Baum erschlagen, wie die Polizei in dem britischen Landesteil am Samstag mitteilte.

In der Gegend wurden Windgeschwindigkeiten von fast 140 Kilometern pro Stunde gemessen. Landesweit waren vorübergehend mehr als 130.000 Wohnungen und Geschäfte ohne Strom, weil Leitungen gekappt wurden.

irb/dpa

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