Starke Stürme Chaos in Großbritannien, Frankreich und Spanien

Zehntausende Haushalte in Großbritannien, Frankreich und Spanien mussten an Heiligabend ohne Strom auskommen. Grund waren starke Stürme, die auch zu Überschwemmungen führten. Mehrere Menschen kamen bei den Unwettern ums Leben.

AFP

London/Paris - Ausläufer des Orkantiefs "Dirk" haben Teile von Frankreich, Großbritannien und Spanien ins Chaos gestürzt. Auf beiden Seiten des Ärmelkanals wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 Stundenkilometern gemessen. Es kam zu Überschwemmungen, Staus, Stromausfällen und starken Einschränkungen im Flug- und Bahnverkehr.

Insgesamt kamen bislang mindestens sechs Menschen wegen der Stürme ums Leben, davon fünf in Großbritannien. Im Norden Frankreichs, in der Bretagne und der Normandie, mussten 240.000 Haushalte an Heiligabend ohne Strom auskommen, in Südengland waren 150.000 Haushalte betroffen. Nach Angaben der Versorger werden in England zahlreiche Haushalte auch am ersten Weihnachtstag ohne Strom bleiben. Auch der Nordwesten Spaniens war betroffen, dort riefen die Behörden die höchste Alarmstufe aus.

In Großbritannien kam zudem stellenweise der Verkehr zum Erliegen: Autofahrer saßen im Hafen von Dover fest, weil der Fährverkehr gestoppt wurde. Andernorts waren Reisende in ihren Wagen eingeschlossen, weil sie auf überfluteten Straßen weder vorwärts noch zurück konnten. Zahlreiche Zugverbindungen wurden eingestellt. Auf dem Londoner Flughafen Gatwick gab es wegen eines teilweisen Stromausfalls Verspätungen. Am Flughafen Heathrow wurden 16 Flüge gestrichen. In England beruhigte sich die Lage am Dienstag gegen Abend, in Nordirland und Schottland herrschte aber noch schwerer Sturm.

Fußballstadion in Eindhoven beschädigt

Ein zwölf Jahre altes Kind starb im Nordwesten Frankreichs durch den Einsturz einer Mauer, ob Stürme Auslöser dafür waren, ist allerdings unklar. Zwei weitere Menschen kamen vermutlich wegen des Unwetters ums Leben. Die Flüge von und nach Lille im Norden Frankreichs wurden gestrichen, auch im bretonischen Brest war der Flugverkehr beeinträchtigt. Mehrere Zugverbindungen in der Bretagne wurden wegen Überschwemmungen unterbrochen. Mehrere Reedereien stellten die Fährverbindungen über den Ärmelkanal ein. Wegen der Stürme wurden auch die meisten Pisten in den Skigebieten der französischen Départements Haute-Pyrénées und Pyrénées-Atlantiques vorsichtshalber geschlossen.

Im Nordwesten von Spanien und Portugal knickten durch den Sturm Bäume um. In Galicien fiel in mehreren Orten der Gegenden von La Coruña und Pontevedra zeitweise der Strom aus, weil der Wind Leitungen von den Masten gerissen hatte. Nach Behördenangaben wurden in der nordspanischen Region Kastilien-León vier Menschen verletzt, weil sie von herabstürzenden Ästen oder umfallenden Verkehrsschildern getroffen wurden.

Für die galicische Atlantikküste gaben die Behörden die höchste Alarmstufe aus. Dort wurden Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern und heftige Regenfälle erwartet. Allein in dieser Region waren rund 90.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom.

Auch im Norden der Niederlande wurden Fährverbindungen gestrichen. Einige Gebäude wurden durch den Sturm beschädigt, darunter das Philips-Stadion in Eindhoven.

max/Reuters/dpa/AFP



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Kudi 25.12.2013
1. Physik
Geschwindigkeiten - auch Windgeschwindigkeiten - werden als Quotient aus Weg/Zeit angegeben. "Stundenkilometer" ist ein Produkt aus Weg x Zeit. 145 Stundenkilometer entspricht dem Weg (also ein Kilometer), den ein Wind in 145 Stunden zuruecklegt. Ein Lueftchen!
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