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30. Oktober 2017, 06:13 Uhr

"Herwart"

Aufräumen nach dem Sturm - Bahnverkehr im Norden stockt weiter

Erhebliche Schäden, Tote und Verletzte: Das ist die Bilanz von "Herwart". Besonders im Norden werden die Aufräumarbeiten länger andauern - auf vielen Bahnstrecken liegt der Verkehr auch zu Wochenbeginn noch lahm.

Nach dem zweiten großen Herbststurm "Herwart" bemüht sich die Deutsche Bahn, den teilweise lahmgelegten Zugverkehr im Norden und Osten rasch wieder in Gang zu bringen. Vor allem rund um Hamburg wird es nach Angaben des Konzerns jedoch auch am Montag noch Sperrungen geben. Vom Morgen an sind wieder erste Fernzüge zwischen Hannover und Berlin, Hannover und Magdeburg, Berlin und Dresden sowie Münster (Westfalen) und Norddeich unterwegs, wie die Bahn am Morgen mitteilte.

Ab etwa 14 Uhr sollen zwischen Hamburg und Berlin wieder erste Fernzüge fahren. Wegen des Umfangs der Schäden könne es allerdings auf diesen Strecken weiter zu Einschränkungen und auch Zugausfällen kommen. "Bitte informieren Sie sich nochmals vor Reiseantritt", hieß es.

Auf den vom Sturmtief "Herwart" stark getroffenen Strecken Dortmund-Bremen-Hamburg, Hamburg-Westerland, Hamburg-Kiel, Hamburg-Lübeck-Puttgarden, Hamburg-Rostock-Stralsund sowie Berlin-Stralsund dürften die Aufräumarbeiten wohl länger andauern. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Mehrere Tote, Verletzte und erhebliche Schäden - das war die Bilanz von "Herwart" am Wochenende in Europa. An der Nordsee in Niedersachsen wurde ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. In Mecklenburg-Vorpommern kenterte ein Motorboot mit drei Urlaubern aus Sachsen - eine 48-jährige Frau starb sofort, ihr 56-jähriger Mann wurde stark unterkühlt ins Krankenhaus gebracht, wo er in der Nacht zum Montag verstarb. Die Suche nach einem weiteren Passagier blieb bis Sonntagabend erfolglos.

Ein Überblick über die Schäden vom Sonntag:

Mehrere Menschen wurden bei Sturm-Unfällen in Deutschland verletzt. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen. Als der Sturm abflaute, begann vielerorts das große Aufräumen. Viele Straßen waren zuvor wegen umgekippter Bäume gesperrt worden - vor allem in Nord- und Ostdeutschland entwurzelte "Herwart" zahlreiche Bäume. Der Wind hatte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg erreicht und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn. Er wird sich laut Deutschem Wetterdienst zu Wochenbeginn abschwächen.

Aktuelle Informationen zur Lage auf den Bahnstrecken

oka/dpa

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