Sturm über Europa Tote und Verletzte bei erstem Herbstorkan

Der erste große Herbststurm des Jahres hat mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern in der Stunde in Teilen Europas Verwüstungen angerichtet. In Polen kamen fünf Menschen ums Leben. In Deutschland und Österreich wurden mehrere Menschen schwer verletzt.


Unwetter an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns: Heftige Sturmböen
DDP

Unwetter an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns: Heftige Sturmböen

Hamburg - Bei dem heftigen Sturm starben in Polen fünf Menschen. Ein sechs Monate altes Baby wurde getötet, als ein Ast auf den Kinderwagen fiel, den die Mutter gerade durch einen Warschauer Park schob. Rundfunkberichten zufolge starb ein 68 Jahre alter Radfahrer in Masuren, als eine Windböe ihn vom Rad riss. Drei andere Menschen, darunter zwei Feuerwehrleute, wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen.

Vier Menschen wurden bei wetterbedingten Unfällen in Mecklenburg-Vorpommern verletzt. Der schwerste Unfall ereignete sich auf der B 109 bei Wrangelsburg in Ostvorpommern. Eine Linde stürzte auf das Fahrerhaus eines Lastwagens. Dabei wurden der 27-jährige Fahrer leicht, seine beiden 20 und 53 Jahre alten Mitfahrer schwer verletzt.

Auf der Insel Hiddensee maßen Meteorologen mit 169 Stundenkilometern die höchste Geschwindigkeit des Orkans für Deutschland. Bei Heide in Schleswig-Holstein wurde ein Polizist schwer verletzt, als er einen vom Sturm umgeknickten Baum von der Fahrbahn ziehen wollte. In Hamburg stand der Fischmarkt unter Wasser, und an der nordfriesischen Küste meldeten die Halligen "Land unter".

Im Großraum Wien hat ein Orkan mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp 120 Stundenkilometern in der Nacht drei Menschen verletzt und erhebliche Schäden verursacht. In der Innenstadt wurde ein Arbeiter schwer verletzt, als er auf dem Dach eines Kaufhauses von einem verwehten Teil des Blechdachs getroffen wurde.

Auch über Dänemark tobte der Wind. In der 150.000-Einwohner-Stadt Odense brach die Stromversorgung völlig zusammen. Der Sturm behinderte den Straßen- und Fährverkehr in Südskandinavien. Viele Fährverbindungen auf der Ostsee, darunter auch zwischen Rostock und dem dänischen Gedser, mussten den Verkehr bis Mittag einstellen. Abgesagt wurden Fahrten über den Öresund zwischen Helsingör und Helsingborg in Schweden sowie der dänischen Ferieninsel Bornholm und Ystad an der Südspitze Schwedens.

Von Norwegen bis ins Baltikum schneite es heftig, während orkanartige Winde für hohe Schneeverwehungen sorgten. In Litauen wurden fünf Menschen getötet, deren Fahrzeug auf eisglatter Straße auf einen Bus geprallt war, teilte die Polizei mit.



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