Sturm und Regen Mehrere Bundesländer warnen vor Hochwasser
Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr in Heuchelheim: Die Retter zogen Autos von einer überschwemmten Straße
Foto: Boris Roessler / dpaAn diesem Wochenende wird es stürmisch in Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Unwettern und starkem Regen. In einigen Bundesländern bedeutet das Hochwassergefahr.
Neue kräftige Niederschläge werden für Nordrhein-Westfalen erwartet. Dort waren nach dem Dauerregen der vergangenen Tage bereits kleinere Flüsse überflutet und Keller vollgelaufen, sodass Feuerwehr und Rettungsdienste ausrücken mussten. Nun könnten die Pegel erneut steigen. »Aufgrund der gesättigten Böden wird es morgen voraussichtlich zu einem teilweise deutlichen (Wieder-)Anstieg der Gewässer in NRW kommen«: vor allem im Einzugsgebiet von Sieg und Ruhr, hieß es am Freitag in einem Lagebericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.
Im Norden von Bayern sind die Flüsse in den vergangenen Tagen ebenfalls stark angeschwollen. Am Oberen Main wurden laut Hochwassernachrichtendienst Bayern vereinzelt die Hochwasser-Meldestufen eins und zwei überschritten. Und die Wasserstände werden wohl weiter steigen: Bis Sonntagmittag seien weitere kräftige Niederschläge an den nördlichen Mittelgebirgen angekündigt, vor allem in Staulagen, so die Prognose der Experten. Besonders betroffen sind die Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels. Hier könnten auch einzelne bebaute Gebiete überschwemmt werden. Zu hohen Wasserständen und leichten Überschwemmungen kann es nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt auch im nördlichen Unterfranken sowie in Oberfranken kommen, etwa im Raum Aschaffenburg, in Bad Kissingen oder rund um Bayreuth.
Angespannt ist ebenso die Lage in Teilen von Hessen. Am Samstag überschritten einige Pegelstände in Eder, Fulda und Lahn weiterhin die zweite von drei Meldestufen. Das geht aus einer Übersicht des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden hervor. Diese Meldestufe bedeutet, dass ufernahe Grundstücke überflutet werden und vereinzelt Keller volllaufen können. Laut Prognose sollten die Pegelstände sich im Lauf des Wochenendes stabilisieren oder sinken. Regnen wird es aber auch weiter in Hessen – teils kräftig, vor allem in den Mittelgebirgen.
Im Kreis Gießen rettete die Freiwillige Feuerwehr am Samstag zwei Autofahrer mit ihren Fahrzeugen von einer überschwemmten Straße. Der Bereich in der Gemeinde Heuchelheim war den Einsätzen zufolge zwar gesperrt, trotzdem seien die Fahrer der Autos hineingefahren und dann liegengeblieben. Die Retter seien daraufhin mit einem Unimog angerückt und hätten die Wagen aus dem Wasser gezogen.
Stürmisches Wetter mit Dauerregen und Gewitter gibt es auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland zum Start des Wochenendes. Eine amtliche Hochwasserwarnung gilt etwa für die Mosel.
Versperrter Uferweg an der Mosel
Foto: Harald Tittel / dpaAuf einen windigen Samstag müssen sich die Menschen in Sachsen-Anhalt einstellen. Seit dem späten Vormittag treten Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde auf, im Harz Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde. Auf dem Brocken werden Orkanböen um die 120 Kilometer pro Stunde erwartet. Im Harz ist zudem gebietsweise mit Dauerregen zu rechnen.
Am Sonntag soll der Wind in Niedersachsen stärker werden. Durch orkanartige Böen besteht laut DWD zufolge an der Nordseeküste Unwettergefahr, im Binnenland werden Sturmböen erwartet. Der Kreisfeuerwehrverband Aurich warnte Spaziergänger, Autofahrer und Hausbesitzer: So sollten etwa Gartenmöbel und Mülltonnen gesichert, Fenster und Türen geschlossen bleiben. Im Wald sollte man nicht spazieren gehen. Die Pegel einiger Flüsse könnten wegen des Regens ansteigen.
Eine detaillierte Übersicht über die Hochwassergefahr in einzelnen Bundesländern finden Sie hier auf der Website der Hochwasserzentrale .